21. Okt.

Nikolaikolleg: Der Henker des Herzogs – Das Leben des Johann Jeremias Glaser

Am 21. Oktober um 10 Uhr nimmt euch das Nikolaikolleg im Vortrag „Der Henker des Herzogs“ mit auf die Spuren von Johann Jeremias Glaser und gibt euch faszinierende Einblicke in das Alltagsleben eines Henkers im 17. Jahrhundert.

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 Zeit 21. Oktober 2025 um 10:00
 Ort
Diakonissen Mutterhaus, Karlsplatz 27-31, Eisenach

Im Rahmen des Nikolaikollegs erwartet euch am 21. Oktober 2025 um 10:00 Uhr ein außergewöhnlicher Vortrag im Zeichen der Regionalgeschichte: „Der Henker des Herzogs – Das Leben des Johann Jeremias Glaser“. Dr. Kai Lehmann, Direktor des Museums Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, nimmt euch mit auf eine faszinierende Reise in das Leben des Scharfrichters Johann Jeremias Glaser, der im 17. Jahrhundert in Meiningen und Wasungen tätig war.

Glaser, der 45 Jahre lang das Amt des Henkers in Schmalkalden innehatte, dokumentierte seine Berufs- und Familiengeschichte auf mehr als 350 Seiten. Diese akribischen Aufzeichnungen erlauben seltene Einblicke in das Alltagsleben eines Menschen, dessen Beruf von Vorurteilen und gesellschaftlicher Ausgrenzung geprägt war. Ihr erfahrt beispielsweise, was bei den Tauffeiern seiner Kinder serviert wurde, welche Immobilien er besaß und wie die Inneneinrichtung seines Hauses aussah.

Der Referent beleuchtet neben den persönlichen Erlebnissen auch die gesellschaftliche Stellung von Scharfrichtern im 17. Jahrhundert und erklärt, warum dieser Beruf als unehrenhaft galt. Dabei erfahrt ihr unter anderem:

  • Was ein Scharfrichter eigentlich war
  • Welche Todesstrafen und Formen der Folter damals üblich waren
  • Wie das Familienleben und soziale Umfeld von Scharfrichtern aussah
  • Ob diese Männer ausschließlich gefürchtete Außenseiter waren oder auch ganz normale Menschen dahinterstanden

Der Vortrag verbindet anschaulich persönliche und gesellschaftliche Perspektiven und stellt dabei vor allem den Alltag und den Menschen hinter der Rolle des Henkers in den Mittelpunkt. Besonders interessant ist der Bezug zu Hieronymus Wahl, dessen kunstvoll gestaltetes Epitaph in der Schmalkalder Totenhofkirche bis heute vom sozialen Aufstieg einer Scharfrichterfamilie zeugt.

„Der Henker des Herzogs“ bietet allen historisch Interessierten die Möglichkeit, weitverbreitete Vorstellungen von „Henker und Hexenverbrennungen“ zu hinterfragen und mehr über die Menschen hinter gesellschaftlich stigmatisierten Berufen zu erfahren. Ein Buch zum Thema kann direkt vor Ort erworben werden.

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