13.11.2024 👎4

80 Jahre nach den verheerenden Angriffen: Gedenken an die Bombardierung Eisenachs

Im Jahr 2024 jährt sich der Beginn der schweren Bombenangriffe auf Eisenach zum 80. Mal. Die Angriffe im Zweiten Weltkrieg hinterließen tiefe Spuren in der Stadt und forderten zahlreiche Menschenleben. Mit einer Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am 17. November werde an die Ereignisse erinnert und die Bedeutung von Frieden und Versöhnung hervorgehoben.

Während des Zweiten Weltkriegs ist Eisenach mehrfach Ziel alliierter Luftangriffe gewesen, die die Stadt schwer getroffen und nachhaltige Zerstörung sowie hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung zur Folge gehabt hätten. Die Angriffe hätten sich vor allem auf militärisch und wirtschaftlich bedeutende Ziele wie das BMW-Werk in der Stadt und die Flugmotorenfabrik beim Dürrerhof konzentriert.

Am 24. Februar 1944, im Rahmen der sogenannten „Big Week“ der Alliierten, habe der erste Luftangriff auf Eisenach die Stadt in erheblichem Ausmaß getroffen. Es habe Todesopfer gegeben und zahlreiche Gebäude seien beschädigt worden. Rund 60 amerikanische Bomber, die ursprünglich das Montage-Werk für Jagdflugzeuge im nahegelegenen Gotha anvisiert hätten, hätten unbeabsichtigt ihre explosive Fracht über Eisenach abgeworfen. Die Bomben seien nördlich und westlich der Stadt niedergegangen und hätten erhebliche Schäden verursacht – insbesondere in der Nähe der BMW-Flugmotorenfabrik Eisenach.

Um 13.16 Uhr habe der heftige Luftangriff durch etwa 60 Bomber der US-Luftwaffe begonnen, der etwa 30 Minuten gedauert habe. In Höhen von 4000 bis 5000 Metern hätten die Flugzeuge 1200 bis 1500 Kleinsplitterbomben, rund 60 große Sprengbomben und etwa 1000 Flüssigkeitsbrandbomben auf die Stadt abgeworfen. Zahlreiche Blindgänger und die verheerende Wirkung der Bomben hätten viele Gebäude unbewohnbar gemacht. Bei dem Angriff seien 29 Menschen gestorben, davon 23 Kriegsgefangene.

Am 22. Juli 1944 sei ein weiterer Angriff durchgeführt worden, bei dem zwölf bis 20 Bomber etwa 150 große Sprengbomben und 600 Flüssigkeitsbrandbomben über dem Stadtteil Wartenberg abgeworfen hätten. Die Zerstörung habe Wohnhäuser und das Krankenhaus schwer getroffen. Insgesamt seien 16 Gebäude total zerstört und 183 Gebäude leicht beschädigt worden. 27 Menschen seien gestorben und rund 600 Personen hätten ihr Zuhause verloren.

Am 11. und 13. September 1944 hätten zwei massive Angriffe auf das BMW-Werk und das Areal nördlich und südlich davon stattgefunden. Die Angriffe, bei denen Bomberverbände in mehreren Wellen die Stadt angeflogen hätten, hätten immense Zerstörung hinterlassen. Besonders betroffen seien Wohn- und Industriegebiete, darunter die Nordstraße (heutige Stresemannstraße) und der Kupferhammer, gewesen. Insgesamt seien 209 Menschen bei den Angriffen am 11. September und 13 weitere beim nachfolgenden Angriff am 13. September gestorben. 88 Gebäude seien völlig zerstört und hunderte weitere beschädigt worden.

Am 20. November 1944, bei einem nächtlichen Angriff, hätten vier Luftminen über Eisenach detoniert und die Stadt besonders die Ölmühle in der Fischerstadt schwer beschädigt. Ein weiterer verheerender Angriff am 23. November 1944 habe gegen 19 Uhr das Stadtzentrum getroffen und historische Bauwerke wie den Lutherplatz, das Lutherhaus und das Bachhaus beschädigt. 47 Gebäude seien total zerstört und 999 Gebäude leicht beschädigt worden. 17 Menschen, darunter vier ausländische Arbeiter, seien ums Leben gekommen.

Am 9. Februar 1945 habe sich der letzte dokumentierte Angriff ereignet, der zur Mittagszeit zentrale Gebäude wie das Rathaus und die Sparkasse getroffen habe. Dabei seien 20 Gebäude völlig zerstört und weitere 183 Gebäude beschädigt worden. 14 Menschen seien ums Leben gekommen, darunter Kriegsgefangene, zudem habe es zahlreiche Verletzte gegeben.

Ein Augenzeugenbericht beschreibt eindringlich die Ereignisse jenes Februartags 1944. Alfred Markwitz erinnerte sich, dass etwa 60 amerikanische Flugzeuge in drei Wellen Eisenach überflogen hätten und zwischen 13.16 Uhr und 13.35 Uhr rund 100 schwere Sprengbomben, 1200 Kleinsplitterbomben und 1000 Flüssigkeitsbrandbomben auf die Stadt niedergingen. Der Angriff habe 170 Menschen obdachlos gemacht, viele Betriebe unbrauchbar und 53 Wohnhäuser beschädigt. Auch an Gebäuden wie der Hans-Schemm-Schule und der Prittwitz-Kaserne seien schwere Schäden entstanden. Das Sterbebuch des Friedhofs gibt die Zahl der Toten mit 35 an, darunter viele sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.

Alfred Markwitz, der seit 1941 in Eisenach lebte, sei antifaschistischer Widerstandskämpfer in Berlin gewesen. Nach dem Krieg habe er einige Jahre Bürgermeister und Stadtrat in Eisenach gewesen. Für seine Verdienste um die Entwicklung der Arbeitgeberbewegung habe er 1963 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Eisenach erhalten.

Quelle: Pressemitteilung vom 13. November 2024
Abbildungen: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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