31.07.2025

Alarmierende Entdeckungen: Tuberkulose bei Wildtieren führt zu Monitoring im Wartburgkreis

Im Wartburgkreis ist bei mehreren Wildtieren die für Mensch und Tier gefährliche Rindertuberkulose festgestellt worden. Die Behörden haben daraufhin ein zeitlich befristetes Monitoringprogramm gestartet, um das Ausmaß des Ausbruchs und die Verbreitung der Krankheit im betroffenen Gebiet systematisch zu untersuchen.

Wie das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Wartburgkreises bekannt gab, sei am 29. Mai 2025 erstmals der Erreger Mycobacterium bovis bei einem Wildschwein im Raum Dermbach entdeckt worden. In der Folge seien nach Angaben des Amtes zwei weitere Wildschweine sowie ein Fuchs im gleichen Gebiet positiv auf den Tuberkulose-Erreger getestet worden.

In enger Abstimmung mit dem Thüringer Ministerium und dem Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz sei daraufhin ein verpflichtendes Wildtiermonitoring initiiert worden. Dieses Programm sei bis Ende 2025 befristet und umfasse gezielt ausgewählte Jagdgebiete in den Regionen Dermbach und Vacha. Innerhalb dieser Areale werden laut Behördenangaben nun alle erlegten Wildtiere systematisch auf das Vorkommen von Mycobacterium bovis untersucht, um Aufschluss über die betroffenen Tierarten und die geografische Ausdehnung zu erhalten.

Für Jägerinnen und Jäger bedeute die neue Maßnahme eine besondere Verantwortung, so die Einschätzung des Landratsamtes. Sie seien im Rahmen ihrer gesetzlichen Pflichten als „kundige Personen“ ohnehin angehalten, erlegtes Wild vor und nach dem Schuss sorgfältig zu begutachten. Bei auffälligen Befunden, die auf eine Erkrankung hindeuten könnten, müsse vor einer möglichen Vermarktung oder dem Verzehr stets eine amtliche Untersuchung erfolgen.

Das zuständige Veterinäramt empfiehlt darüber hinaus, Wildfleisch aus den betroffenen Jagdbezirken erst nach Vorlage eines negativen Untersuchungsergebnisses zu konsumieren. Gleichwohl bestehe für Spaziergänger oder Waldbesucher laut aktueller Risikoeinschätzung keine erhöhte Gefahr. Bei vollständig durchgegarten Wildprodukten sei eine Gefährdung der Gesundheit nach heutigem Wissensstand ausgeschlossen.

Die Ursache für das Auftreten des Tuberkulose-Erregers in der Wildtierpopulation sei derzeit noch unklar. Aus Behördenkreisen verlautete, dass auch ein Zusammenhang mit zwei jüngst registrierten Fällen von Rindertuberkulose in landwirtschaftlichen Betrieben im Süden des Wartburgkreises im Rahmen der laufenden Untersuchungen überprüft werde.

Weiterführende Informationen, insbesondere für Personen mit Jagdausübungsrecht, stellt der Landesjagdverband Thüringen auf seiner Website zur Verfügung. Interessierte finden aktuelle Hinweise und Handlungsempfehlungen unter dem Link https://ljv-thueringen.de/tuberkulose-bei-wildtieren-in-der-rhoen.

Quelle: Pressemitteilung vom 31.7.2025
Veröffentlicht am von , Redakteur

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