Anstieg der Geburten nichtdeutscher Kinder in Thüringen auf Rekordniveau
Im Jahr 2023 wurde in Thüringen ein Anstieg der Geburten von Kindern mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit registriert, während gleichzeitig die Geburtenrate nichtdeutscher Frauen sank. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik hervor.
Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik seien im Jahr 2023 insgesamt 1.929 Kinder mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit in Thüringen geboren worden. Dies stelle einen Anstieg von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, als diese Zahl bei 1.858 lag. Der Anteil der nichtdeutschen Neugeborenen liege damit bei 14,9 Prozent aller Geburten in Thüringen im Jahr 2023, dem höchsten Wert seit 1990.
Die am häufigsten vertretene Staatsangehörigkeit unter den nichtdeutschen Neugeborenen sei syrisch mit 327 lebendgeborenen Kindern gewesen, gefolgt von ukrainischen (262), rumänischen (191), afghanischen (168) und polnischen (149) Neugeborenen. Die Reihenfolge liege dabei nahe an den Zahlen von 2022, wobei syrische, rumänische, polnische, afghanische und ukrainische Eltern bereits im Vorjahr zu den häufigsten nichtdeutschen Eltern gehört hätten.
Interessanterweise sei jedoch die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) bei nichtdeutschen Frauen in Thüringen gesunken. Diese lag im Jahr 2023 bei 1,61 Kindern je Frau und verzeichnete somit einen Rückgang gegenüber den Vorjahren (1,77 in 2022, 1,85 in 2021 und 2,02 in 2020). Zum Vergleich: Die TFR der deutschen Frauen lag im Jahr 2023 bei 1,28 Kindern je Frau, einem geringeren Rückgang im gleichen Vergleichszeitraum.
Das Thüringer Landesamt für Statistik erklärte, der Rückgang der Geburtenrate bei nichtdeutschen Frauen sei besonders stark ausgeprägt und umfasse eine Reduktion um 0,41 Kinder je Frau von 2020 bis 2023. Währenddessen sei die TFR der deutschen Frauen im gleichen Zeitraum nur um 0,21 Kinder je Frau gesunken.
Erwähnenswert sei, dass die höchste TFR für nichtdeutsche Frauen in den Jahren 2016 und 2017 mit jeweils 2,38 Kindern je Frau gemessen wurde. Dies habe damals zu einem merklichen Einfluss auf die Geburtenzahlen in Thüringen geführt und den Rückgang deutscher Geburten weitgehend ausgeglichen. Insgesamt wurden in diesen Jahren jeweils über 18.000 Geburten verzeichnet.
Weitere Informationen und detaillierte Daten zum Geburtenverhalten in Thüringen finden sich im Statistischen Monatsheft Juni 2024 des Thüringer Landesamtes für Statistik.
Quelle: Pressemitteilung vom 5. Dezember 2024
Veröffentlicht am 05.12.2024 10:59 von Christian Wolf, Redakteur
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