15.05.2025

Auszeichnung für akribische Aufarbeitung: Hendrik Medrow und Halwart Schrader geehrt

Die Automobilhistorische Gesellschaft (AHG) hat Anfang Mai zwei herausragende Autoren im Rahmen ihres Frühjahrstreffens im Museum der Hamelner Automobilgeschichte mit Bronzebüsten gewürdigt. Hendrik Medrow erhielt die Metternich-Büste für sein fundiertes Buch zur DDR-Rennsportgeschichte, während Halwart Schrader mit der Maybach-Büste für sein Lebenswerk in der Oldtimerpublizistik ausgezeichnet wurde.

Laut Angaben der AHG wurde Hendrik Medrow für seine umfangreiche und detaillierte Recherche zur Geschichte des staatlichen DDR-Rennkollektivs zwischen 1951 und 1957 geehrt. In seinem Buch „Von Blendern, Siegern, Sechszylindern – das staatliche DDR-Rennkollektiv 1951 bis 1957“ soll Medrow erstmals in bisher nicht dagewesener Ausführlichkeit die Entstehung, Entwicklung und Auflösung des teils mythenumrankten ostdeutschen Autorennteams nachgezeichnet haben. Die Fahrzeuge mit den Kennzeichnungen R1, R2 und R3 starteten demnach unter anderem bei EMW in Eisenach in den Klassen bis 1,5 und 2,0 Liter Hubraum im Formel-2-Reglement. Medrow habe dabei auch umfassende Vergleiche mit internationalen, insbesondere westdeutschen Wettbewerbern gezogen und festgestellt, dass in den 1950er-Jahren vor allem Porsche eine ernsthafte Konkurrenz war.

Halwart Schrader wurde als einer der prägendsten Köpfe der deutschsprachigen Oldtimerpublizistik gewürdigt. Seine beeindruckende Bandbreite an Fachpublikationen reicht von Büchern wie „Die große Automobil-Enzyklopädie – 100 Jahre Geschichte, 2500 Marken aus 65 Ländern“ über die „Schrader-Typen-Chronik“ bis hin zu Werken zur Geschichte der Elektromobilität. Schrader ist Mitglied internationaler automobilhistorischer Vereinigungen und Gründungsmitglied der AHG. Da der 90-jährige Autor die Reise nach Hameln nicht antreten konnte, nahm sein Bruder Thomas Schrader die Auszeichnung entgegen.

Die ehrenvollen Büsten wurden von der oberbayerischen Kunstbildhauerin Jeanette Nagel-Schmidt gefertigt und wiegen jeweils etwa 2,4 Kilogramm. Die Metternich-Büste ist nach Michael Graf Wolff Metternich (1920–2018), einem bedeutenden Automobilhistoriker und AHG-Gründungsmitglied, benannt. Die Maybach-Büste trägt den Namen des Automobilpioniers Wilhelm Maybach (1846–1929). Überreicht werden diese Auszeichnungen alljährlich im Rahmen der sogenannten Metternich-Tage.

Mit der Preisvergabe hebt die AHG regelmäßig wissenschaftliche Beiträge und Lebenswerke hervor, die einen nachhaltigen Beitrag zur Erforschung und Vermittlung der Automobilgeschichte leisten. Insbesondere die Arbeit von Hendrik Medrow soll dem Verständnis ostdeutscher Motorsportgeschichte neue Impulse gegeben haben.

Quelle: Pressemitteilung vom 13.7.2024
Foto: AWE Eisenach (Im Vordergrund: Thomas Schrader und Hendrik Medrow mit den Büsten; Im Hintergrund : Die Laudatoren Leif Rohwedder und Gerd Placke und der Juryvorsitzende Matthias Doht)
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