Azubis restaurieren historisches Stadteingangsschild in der Langensalzaer Straße
Ein markantes Stück Eisenacher Stadtgeschichte ist instandgesetzt: Das denkmalgeschützte Stadteingangsschild in der Langensalzaer Straße ist umfassend restauriert worden. Möglich wurde das Projekt durch den Förderkreis zur Erhaltung Eisenachs, Auszubildende des Staatlichen Berufsbildungszentrums „Heinrich Ehrhardt“ und mehrere Partner. Am Montag, 15. Juni, wurde das Kunstwerk in der Werkstatt des Berufsschulteils am Siebenborn im Beisein zahlreicher Gäste offiziell übergeben.
Entworfen wurde das Schild von Professor Günther Laufer (1907–1992), gefertigt wurde es in seiner Werkstatt am Frauenplan. Mit dem gotischen Schriftzug „Eisenach“ und dem Stadtwappen prägt es seit Jahrzehnten den östlichen Ortseingang. Oberbürgermeister Christoph Ihling hob bei der Übergabe die Gemeinschaftsleistung hervor und betonte, wie aufwändig der Erhalt von Kunstwerken im öffentlichen Raum ist.
Der Förderkreis hatte bereits 2017 das ebenfalls von Laufer gestaltete Stadteingangsschild im Mariental restaurieren lassen und das zuvor gestohlene Stadtwappen am Schild in der Langensalzaer Straße erneuert. Für die nun abgeschlossene umfassende Sanierung wurde das Schild im vergangenen Jahr demontiert. Der städtische Bauhof übernahm Abbau und Transport zu einer Eisenacher Metallbaufirma, wo Rost und alte Farbschichten entfernt wurden. Anschließend organisierte der Förderkreis gemeinsam mit dem Berufsbildungszentrum die weitere Instandsetzung.
In der Lackierwerkstatt des Berufsschulteils am Siebenborn übernahmen die Auszubildenden Jonas Schiel und Dean Basset, beide im zweiten Lehrjahr zum Fahrzeuglackierer, gemeinsam mit ihrem Ausbilder, Lackierermeister Florian Stanzcyk, die Abdichtung und Neulackierung. Immer wieder mussten Roststellen freigelegt und beseitigt werden, bevor Korrosionsschutz, Grundierung und schließlich die Lackierung in Anthrazit, Weiß und Schwarz aufgetragen werden konnten. Für die Beteiligten war es ein sichtbares Ergebnis ihrer Arbeit, das Schritt für Schritt wuchs.
Für den Förderkreis stand neben der reinen Restaurierung der Bildungsaspekt im Vordergrund. Vorsitzender Uwe Dietrich betonte, dass die angehenden Fahrzeuglackierer nicht nur technische Grundlagen für ihren Beruf vertiefen, sondern zugleich einen Beitrag zur Denkmalpflege und zur Verschönerung der Stadt leisten. Auch Gunnar Pfeil, Leiter des Berufsbildungszentrums, sieht darin einen besonderen Mehrwert: Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre fachlichen Kompetenzen unter realen Bedingungen anwenden und Verantwortung für das kulturelle Erbe der Region übernehmen.
Finanziell getragen wurde das Vorhaben von der Sparkassenstiftung der Wartburgregion und der Regionalen Arbeitsgruppe „LEADER“. Im Rahmen des Kleinwettbewerbs „Kulturelles Erbe bewahren“ standen im vergangenen Jahr 1000 Euro zur Verfügung. Das Landratsamt Wartburgkreis übernahm zusätzlich die Kosten für die benötigten Farben.
In den kommenden Wochen soll das restaurierte Stadteingangsschild an seinen angestammten Platz in der Langensalzaer Straße zurückkehren. Auch diese Arbeiten übernimmt der städtische Bauhof. Für die beteiligten Auszubildenden bleibt das Projekt im Alltag sichtbar: Wer künftig am östlichen Ortseingang vorbeifährt, sieht ein Stück Handwerk, an dem sie selbst mitgewirkt haben.
Quelle: Pressemitteilung vom 16.06.2026
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 16.06.2026 11:49 von Christian Wolf, Redakteur
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