09.07.2026

B 19 und B 84: Drei Kommunen fordern neue Verkehrsstudie für die Region

Die Stadt Eisenach sowie die Gemeinden Gerstungen und Wutha-Farnroda wollen die künftige Verkehrsführung der Bundesstraßen B 19 und B 84 neu untersuchen lassen. Hintergrund ist die Frage, ob mehr Fern- und Schwerlastverkehr über die Autobahnen A 4 und A 44 geführt werden kann, statt neue, kostenintensive Straßen zu bauen. Ziel der drei Kommunen ist eine Lösung, die sowohl die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Bundesstraßen als auch die regionale Wirtschaft besser entlastet.

Ausgangspunkt der Initiative ist die veränderte Verkehrslage in der Region. Mit der Fertigstellung der A 44 bis zum Wommener Dreieck ist der Raum zwischen Eisenach, Gerstungen und Wutha-Farnroda besser an Kassel, das Ruhrgebiet und den Raum Hannover angebunden. Vor diesem Hintergrund wollen die Kommunen prüfen lassen, ob der Fern- und Lkw-Verkehr stärker auf die bereits vorhandenen Autobahnen verlagert werden kann.

Die angestrebte Untersuchung soll ausdrücklich keine fertige Straßenplanung ersetzen. Stattdessen sollen verschiedene Varianten offen geprüft und miteinander verglichen werden. Im Fokus steht dabei, welche Verkehrsführung die größten Entlastungseffekte für Orte wie Marksuhl, Förtha, Oberellen und Gerstungen bringt und wie sich der Durchgangsverkehr in Eisenach verringern lässt.

Die Kommunen verweisen auf mögliche Vorteile einer stärkeren Nutzung der Autobahnen: weniger Lkw-Verkehr in den Ortslagen, weniger Lärm und Abgase, mehr Verkehrssicherheit und eine bessere Auslastung der bestehenden Infrastruktur. Auch das Gewerbegebiet bei Marksuhl könnte von verbesserten Anbindungen profitieren, ebenso die Verbindungen in Richtung Bad Salzungen und Schmalkalden.

Gerade Eisenach ist seit Jahrzehnten stark vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr geprägt. Eine spürbare Entlastung der B 19 und B 84 im Stadtgebiet könnte nach Einschätzung der Kommunen die Lebensqualität erhöhen und Spielräume für die weitere Stadtentwicklung eröffnen.

Im 2. Entwurf des Regionalplans Südwestthüringen ist weiterhin eine Tunnellösung für die B 19 im Bereich Wilhelmsthal – Mosbach – Wutha vorgesehen. Aus Sicht von Eisenach, Gerstungen und Wutha-Farnroda haben sich die Rahmenbedingungen jedoch geändert. Die neue A 44, veränderte Verkehrsströme und eine angespannte Haushaltslage sprechen aus ihrer Sicht dafür, die bisherigen Planungen erneut zu überprüfen.

Ein Tunnel im Raum Wilhelmsthal – Mosbach – Wutha wäre ein technisch aufwendiges und finanziell schweres Projekt. Die Kommunen wollen daher klären lassen, ob es heute Alternativen gibt, die wirtschaftlicher sind und zugleich Umwelt- und Anwohnerschutz besser berücksichtigen. Grundlage dafür soll eine Variantenuntersuchung sein, in der unterschiedliche Trassenführungen und Verkehrslenkungen vergleichbar bewertet werden.

Die drei Kommunen betonen, dass sie sich nicht auf eine bestimmte Lösung festlegen. Gefordert wird eine offene, wirtschaftliche und umweltverträgliche Prüfung aller Optionen – von der stärkeren Nutzung der Autobahnen bis hin zu möglichen Anpassungen an den bestehenden Bundesstraßen. Am Ende soll eine Variante stehen, die sowohl den Menschen in den Städten und Dörfern als auch den Unternehmen in der Region und der Umwelt gerecht wird.

Bürgermeister Daniel Steffan aus Gerstungen unterstreicht in seinem Schreiben, dass die Region die Chance nutzen wolle, sich verkehrlich zukunftsfähig aufzustellen und zugleich die Lebensqualität in den betroffenen Orten zu verbessern. 

Wie es weitergeht, hängt nun davon ab, ob die Forderung nach einer neuen Untersuchung in den zuständigen Gremien und bei den übergeordneten Behörden aufgegriffen wird. Erst auf dieser Grundlage könnten konkrete Planungen oder Anpassungen an bestehenden Vorhaben folgen.

Quelle: Pressemitteilung vom 09.07.2026
Foto: Gemeinde Gerstungen
Veröffentlicht am von , Redakteur

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