04.05.2026

Brustkrebszentrum am St. Georg Klinikum erhält erste Zertifizierung

Das Brustkrebszentrum am St. Georg Klinikum Eisenach ist erstmals offiziell zertifiziert worden. Damit steht Patientinnen und Patienten in Eisenach und dem Wartburgkreis seit Kurzem ein fachübergreifendes Zentrum zur Verfügung, das Vorsorge, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Brustkrebs unter einem Dach bündelt. Die Zertifizierung gilt als wichtiger Schritt, um die Versorgung vor Ort weiter zu strukturieren und die Behandlungsqualität messbar zu sichern.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nach Angaben des Klinikums erkrankt etwa jede achte bis zehnte Frau im Laufe ihres Lebens daran, mit steigender Wahrscheinlichkeit im höheren Alter. Auch Männer können betroffen sein, wenn auch deutlich seltener. Die Ursachen sind meist nicht eindeutig, vielmehr greifen mehrere Faktoren ineinander – von genetischen Veränderungen wie BRCA-Mutationen über Vorerkrankungen bis hin zu Übergewicht, Alkoholkonsum und hormonellen Einflüssen.

Besonders betont wird die Rolle der Früherkennung. Studien zufolge haben Frauen deutlich bessere Überlebenschancen, wenn ein Tumor im Rahmen regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen oder des Mammographie-Screenings entdeckt wird. Das neue Zentrum soll hier ansetzen und den Weg von der ersten Abklärung bis zur Nachsorge klar strukturieren.

Mit der Erstzertifizierung wurde am St. Georg Klinikum ein Brustkrebszentrum aufgebaut, das alle Behandlungsschritte koordiniert. Ziel ist es, die Heilungschancen zu verbessern und gleichzeitig die Lebensqualität der Betroffenen im Blick zu behalten. Das Spektrum reicht von der Diagnostik über operative und medikamentöse Therapien bis hin zu Nachsorgeangeboten und psychoonkologischer Unterstützung.

Ein Kernstück sind regelmäßige interdisziplinäre Tumorkonferenzen. Dort werden alle Fälle gemeinsam von Fachärztinnen und Fachärzten verschiedener Disziplinen besprochen. Auf Basis der Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft entstehen individuelle Therapieempfehlungen, die anschließend ausführlich mit den Patientinnen und Patienten abgestimmt werden.

Der Aufbau des Zentrums war mit umfangreicher Vorarbeit verbunden. Da es zunächst keine passenden Strukturen gab, mussten Abläufe und Dokumentationen neu entwickelt, Kooperationspartner gewonnen und Verträge geschlossen werden. Parallel wurden spezialisierte Fachkräfte eingestellt und qualifiziert, darunter eine onkologische Fachkraft und eine Breast Care Nurse, die Patientinnen während der Behandlung eng begleiten.

Zum Konzept gehört auch ein Mamma-Café als niedrigschwellige Anlaufstelle für Betroffene. Hier sollen Austausch, Information und Unterstützung im Vordergrund stehen – ergänzend zur medizinischen Behandlung im Krankenhaus.

Für die Zertifizierung waren zahlreiche Vorgaben zu erfüllen. Dazu zählen qualifiziertes Personal, klar definierte Strukturen, ein funktionierendes Qualitätsmanagement und bestimmte Fallzahlen. Außerdem verlangt das Zertifikat eine leitliniengerechte Behandlung, die Teilnahme an Studien sowie eine enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Selbsthilfegruppen.

Eine besondere Rolle spielt dabei Chefarzt PD Dr. med. O. Camara. Er hat nach Stationen an der Universitätsklinik Jena, in Bad Langensalza und bei Helios Gotha bereits drei weitere Brustkrebszentren erfolgreich durch den Zertifizierungsprozess geführt und bringt diese Erfahrung nun nach Eisenach ein.

Um die hohen Standards dauerhaft zu sichern, setzt das Brustkrebszentrum auf kontinuierliche Fort- und Weiterbildung des Teams sowie auf die Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie. Auch das Qualitätsmanagement soll fortlaufend überprüft und angepasst werden. Wichtig ist dem Zentrum zudem die enge Zusammenarbeit mit einweisenden Praxen und weiteren Partnern im Gesundheitswesen.

Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht laut Klinikum der Anspruch, medizinische Qualität mit einer möglichst individuellen Betreuung zu verbinden. Für die Region bedeutet die Erstzertifizierung, dass komplexe Brustkrebserkrankungen wohnortnah nach klar überprüfbaren Standards behandelt werden können.

Quelle: Pressemitteilung vom 04.05.2026
Foto: St. Georg Klinikum Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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