20.08.2026 🚀1

Bundesinnenminister Dobrindt besucht Eisenach und würdigt Feuerwehr-Ehrenamt

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat am Mittwoch, 19. August, seine diesjährige Sommerreise in Eisenach gestartet. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Ehrenamtliche aus Feuerwehr und Zivilgesellschaft, die sich im Alltag für andere einsetzen. Auf dem Programm standen Stationen in der Innenstadt, ein Besuch der Wartburg und ein Abendtermin bei der Eisenacher Feuerwehr, bei dem es sowohl um eine Einsatzübung als auch um die Zukunft des Bevölkerungsschutzes ging.

Für Dobrindt war der Aufenthalt zugleich eine Reise an einen vertrauten Ort: Bereits 1987 war er als Jugendlicher in Eisenach. Bei seinem jetzigen Besuch nutzte er die Gelegenheit zu einem erneuten Rundgang auf der Wartburg und zum Austausch mit Burghauptmann Martin Eberle.

Begleitet von Oberbürgermeister Christoph Ihling führte der Weg anschließend durch die Innenstadt. In der Karlstraße suchte der Bundesinnenminister das Gespräch mit Passantinnen und Passanten, um Eindrücke aus der Stadtgesellschaft zu sammeln.

Weiter ging es auf den Marktplatz zur After-Work-Veranstaltung „Saus & Braus“. Bei einem Mango-Eis von „Zucker & Zimt“ kam Dobrindt mit weiteren Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. Die Veranstaltung unterstützte eine Spendenaktion der Caritas zugunsten der Eisenacher Tafel, an der sich der Minister ebenfalls beteiligte.

Am Abend stand die Feuerwache im Fokus. Rund 50 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus den sieben Eisenacher Ortsteilen, acht Angehörige der Berufsfeuerwehr sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jugendfeuerwehr begrüßten den Gast aus Berlin. Eine vorbereitete Einsatzübung machte den Alltag der Einsatzkräfte anschaulich: Ein Palettenhaus wurde in Brand gesetzt und anschließend von einem Trupp der Jugendfeuerwehr und einem Einsatztrupp der Freiwilligen Feuerwehr gelöscht.

Dobrindt beteiligte sich selbst an der Übung. Ausgerüstet mit kompletter Einsatzkleidung unterstützte er die Teams bei der Brandbekämpfung. Die Übung verdeutlichte den Stellenwert von Teamarbeit, Ausbildung, Technik und schnellem Handeln – und zeigte zugleich, welche Rolle die Jugendfeuerwehr bereits heute im Einsatzgeschehen spielt. Der Bundesinnenminister hob die Jugendarbeit in Eisenach ausdrücklich hervor.

Neben der Praxis stand der fachliche Austausch im Mittelpunkt des Abends. Fachdienstleiter Markus Weigelt schilderte Erfahrungen aus dem Einsatzalltag der Eisenacher Feuerwehren und sprach aktuelle Herausforderungen an. Thematisiert wurden neue Einsatzanforderungen, die zunehmende Belastung durch Vegetationsbrände sowie der Bedarf an Ausstattung und Unterstützung für einen leistungsfähigen Bevölkerungsschutz.

Dobrindt betonte, dass es ihm bei solchen Terminen nicht nur um Anerkennung für die Einsatzkräfte gehe. Wichtig sei auch, konkrete Impulse aus der Praxis mitzunehmen und die Rückmeldungen der Ehrenamtlichen in politische Entscheidungen einfließen zu lassen.

Wie schnell Theorie zur Realität werden kann, zeigte ein Alarm während des gemeinsamen Abendessens gegen 20.09 Uhr. Während Bratwurst, Brätel und Salate gereicht wurden, wurde die Berufsfeuerwehr zu einem Einsatz in Richtung Wartha gerufen. Gemeldet war ein Brand an einem mit Holz beladenen Zug. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein Problem mit der Zugbremse die Ursache der Meldung war. Die Einsatzkräfte konnten daraufhin zur Feuerwache zurückkehren und das Treffen fortsetzen.

Zum Abschluss des Besuchs wurde Stockhausens Ortsteilbürgermeister Dieter Suck geehrt. Er erhielt die Verdienstmedaille in Gold für besondere Dienste im Brandschutz. Die Auszeichnung überreichten gemeinsam Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Oberbürgermeister Christoph Ihling und Fachdienstleiter Markus Weigelt.

Suck ist seit fast 50 Jahren in der Feuerwehr aktiv und hat sich über Jahrzehnte für die Freiwillige Feuerwehr Stockhausen eingesetzt. Besonders in der Wendezeit trug er dazu bei, dass die Wehr im Ortsteil erhalten blieb. Sein Engagement prägt die Feuerwehr vor Ort bis heute, auch innerhalb der eigenen Familie, in der das Ehrenamt über mehrere Generationen weitergegeben wird.

Ganz Feuerwehrmann nutzte Suck die Gelegenheit, um ein konkretes Anliegen vorzutragen: Für die Feuerwehr Stockhausen werden Investitionen in einen Anbau und zusätzliche Ausstattung benötigt. Nach seinen Angaben fehlen dafür rund 200.000 Euro. Zwar stehen 24 Einsatzkräfte zur Verfügung, das vorhandene Fahrzeug bietet jedoch nur Platz für acht Personen.

Mit einem Augenzwinkern gab Suck diese Bitte direkt an den Bundesinnenminister weiter. Dobrindt sagte einen weiteren Austausch zu und lud die gesamte Eisenacher Feuerwehr zu einer politischen Bildungsreise nach Berlin ein – mit der Aussicht, das Gespräch über Ausstattung und Unterstützung der Wehren dort fortzusetzen.

Der Besuch machte deutlich, wie eng Ehrenamt, Nachwuchsarbeit, Verantwortung und Einsatzbereitschaft im Feuerwehrdienst miteinander verbunden sind – und dass politische Entscheidungen für Bevölkerungsschutz und Ausstattung direkt an der Basis spürbar werden.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.08.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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