Dramatischer Bahnunfall in Wutha: Jugendlicher erleidet schwerste Verletzungen bei Kletteraktion
Ein schwerer Unfall am Bahnhof Wutha erschütterte am 19. Mai 2025 die Region, als ein 15-jähriger Jugendlicher nach dem Klettern auf einen Güterwaggon einen Stromschlag erlitt und in ein Spezialklinikum eingeliefert werden musste. Die Bundespolizei und Rettungskräfte waren im Großeinsatz, um den Verletzten zu versorgen und den Vorfall aufzuklären.
Nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Erfurt kam es am Montagabend gegen 17:30 Uhr zu dem folgenschweren Zwischenfall. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte eine vierköpfige Gruppe von Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren den Bahnhof Wutha betreten. Während ein planmäßig haltender Güterzug für längere Zeit am Bahnsteig stand, kletterte einer der Jugendlichen auf einen Kesselwagen des Zuges.
Wie die Ermittler weiter ausführten, kam es beim Unterschreiten des Sicherheitsabstands zur Oberleitung zu einem sogenannten Spannungsüberschlag. Der dadurch entstandene Lichtbogen sei sowohl im Bahnhof selbst als auch im nahegelegenen Einkaufsmarkt sichtbar gewesen. Infolge dieses Stromschlages stürzte der Jugendliche vom Waggon und zog sich dabei schwerste Verletzungen zu.
Zeugen und anwesende Personen eilten dem Verletzten sofort zur Hilfe, während Rettungskräfte unverzüglich alarmiert wurden. Ein Rettungshubschrauber der Bundespolizei brachte den Jugendlichen zunächst in ein Erfurter Hospital. Später erfolgte nach Behördenangaben eine luftseitige Verlegung in ein auf Brandverletzungen spezialisiertes Klinikum nach Halle (Saale).
Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen sicherten Einsatzkräfte Spuren am Unfallort und begannen mit der Befragung von Zeugen. Die Gründe, warum der Jugendliche auf den Güterwaggon kletterte, seien laut Polizei noch Gegenstand laufender Ermittlungen.
Das Ereignis führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr: Der Bahnhof Wutha sowie die durchlaufenden Strecken mussten voll gesperrt werden. Damit den Rettungskräften ein möglichst sicheres Arbeiten ermöglicht wurde, mussten die Oberleitungen geerdet werden. Ab 18:30 Uhr konnte der Bahnverkehr zunächst eingeschränkt, ab etwa 19:30 Uhr wieder vollständig aufgenommen werden.
Für Angehörige, Zeugen und eingesetzte Kräfte wurde vor Ort ein Betreuungsangebot eingerichtet. Die Bundespolizei wies erneut darauf hin, dass abgestellte Züge sowie Betriebs- und Gefahrenbereiche für betriebsfremde und unberechtigte Personen strikte Tabuzonen darstellten. Die lebensgefährlichen Risiken des Bahnstroms seien Gegenstand regelmäßiger Aufklärungskampagnen durch Polizei und Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Quelle: Pressemitteilung vom 20.5.2025
Foto: Bundespolizeiinspektion Erfurt
Veröffentlicht am 20.05.2025 10:04 von Christian Wolf, Redakteur
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