Eisenach-Nord: Nachbarinnen übernehmen Patenschaft für geschwächte Linde
Auf dem Nordplatz in Eisenach-Nord bekommt eine geschwächte Linde eine zweite Chance: Zwei Anwohnerinnen haben die Patenschaft für den Baum übernommen, nachdem Mitarbeiter des städtischen Teams Grünflächen und Baumpflege die stark verschmutzte Baumscheibe grundlegend gereinigt und neu hergerichtet haben. Vor allem achtlos weggeworfene Zigarettenkippen hatten dem Baum zugesetzt und sein Wachstum nahezu zum Stillstand gebracht.
Bei der Aktion in dieser Woche entfernte das städtische Team den Gitterrost rund um den Stamm. Darunter kamen große Mengen Zigarettenstummel zum Vorschein, deren Filter mit Nikotin und weiteren Schadstoffen das Wurzelwerk schädigen. Die Kippen wurden vollständig eingesammelt, die Baumscheibe intensiv gewässert und mit Boden aufgefüllt, der mit etwas Dünger angereichert wurde. Zum Abschluss erhielt die Fläche eine Abdeckung mit Lava-Mulch, die Feuchtigkeit im Boden halten und den Baum zusätzlich schützen soll.
Angestoßen wurde die Rettungsaktion von den Nachbarinnen Barbara Thiele (79) und Maria Peter (69). Die beiden kümmern sich seit einiger Zeit ehrenamtlich um die Sauberkeit auf dem Nordplatz und hatten beobachtet, wie stark die Linde unter der Vermüllung litt. Nach ihrem Hinweis an die Stadtverwaltung erfolgte die Unterstützung durch das Fachteam, worüber sich die Anwohnerinnen ausdrücklich freuen.
Wie groß das Problem mit Zigarettenabfällen war, zeigt ein Blick zurück: Als Barbara Thiele und Maria Peter mit ihren regelmäßigen Reinigungsrunden begannen, füllten sie allein mit Kippen drei Zehnliter-Eimer. Seitdem sind sie etwa alle drei Wochen mit Besen, Schaufel und Eimern auf dem Platz unterwegs, um Müll zu sammeln und den Bereich rund um den Baum sauber zu halten.
Mit der nun offiziell übernommenen Patenschaft für die Linde wollen die beiden Frauen noch einen Schritt weitergehen. Sie gießen den Baum bei Bedarf, achten auf den Zustand der Baumscheibe und sprechen Menschen an, die ihre Zigaretten auf dem Boden ausdrücken. Ihr Ziel: Die Raucherinnen und Raucher, die sich gern auf den Bänken an der Linde treffen, sollen ihre Kippen konsequent in die Müllbehälter werfen.
Für Maria Peter spielt dabei nicht nur der ordentliche Eindruck des Platzes eine Rolle. Sie verweist darauf, dass die Filter einer Zigarettenkippe zahlreiche schädliche Chemikalien enthalten, die über den Boden auch ins Grundwasser gelangen können. Sauberkeit auf dem Platz und Umweltschutz gehören für sie untrennbar zusammen.
Mit ihrem Engagement stehen die beiden Nordstädterinnen nicht allein. In der Stadt gibt es bereits mehrere Pflege-Patenschaften für Grünflächen und Plätze, bei denen Bürgerinnen und Bürger regelmäßig Müll sammeln und Schäden melden. Aktionen wie der stadtweite Frühjahrsputz oder die Arbeit von Flächenpaten zeigen, dass sich viele Menschen dauerhaft für ein sauberes Umfeld einsetzen.
Barbara Thiele und Maria Peter wünschen sich, dass sich weitere Anwohnerinnen und Anwohner anschließen. Sie sind überzeugt, dass sich jeder im eigenen Wohnumfeld wohler fühlt, wenn Plätze und Grünflächen gepflegt sind – und dass schon wenige engagierte Personen sichtbar etwas verändern können.
Quelle: Pressemitteilung vom 29.05.2026
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 29.05.2026 14:56 von Christian Wolf, Redakteur
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