Stadt plant gemeinsames staatliches Gymnasium Eisenach ab 2027 als Reaktion auf sinkende Schülerzahlen
Die Stadt Eisenach möchte ab dem Schuljahr 2027/28 die beiden staatlichen Gymnasien „Ernst Abbe“ und „Elisabeth-Gymnasium“ zu einem gemeinsamen Gymnasium zusammenführen. Dieser Schritt ist Teil des am 26. November 2025 im zuständigen Ausschuss vorgestellten Schulnetzentwurfs und soll den Herausforderungen sinkender Schülerzahlen proaktiv begegnen. Ziel ist es laut Stadtverwaltung, ein zukunftsfähiges Bildungsangebot und stabile Rahmenbedingungen für die Oberstufe zu sichern.
Wie aus den Prognosen der Stadt hervorgeht, werden in Eisenach bis zum Jahr 2043/44 jährlich nur noch etwa 278 Kinder geboren – deutlich weniger als in früheren Jahren. Das wirkt sich auf die aktuelle und künftige Auslastung der Gymnasien aus: Während im laufenden Schuljahr 1380 Schülerinnen und Schüler beide Schulen besuchen, wird für das Schuljahr 2029/30 mit rund 1025 Lernenden gerechnet, im Schuljahr 2032/33 mit nur noch 872. Nach Einschätzung der Stadt wäre der langfristige Betrieb von zwei getrennten gymnasialen Oberstufen nicht sinnvoll möglich.
Zunächst bleiben die drei Standorte Nebestraße, Theaterplatz und Wartburgallee erhalten. Perspektivisch ist jedoch vorgesehen, abhängig von der weiteren Entwicklung der Schülerzahlen und Nachnutzungsmöglichkeiten, die Standorte Nebestraße (Elisabeth-Gymnasium) und Theaterplatz (Abbe, Haus II) aufzugeben. Die Entscheidung, den neuen Hauptstandort an der Wartburgallee 60 (Abbe, Haus I) anzusiedeln und dort bestehende Ausbaupläne fortzusetzen, traf der Stadtrat bereits im Juni 2025. Eine Erweiterung am Gymnasium in der Nebestraße kommt laut Stadtverwaltung mangels Fördermöglichkeiten und angesichts der Haushaltslage nicht in Frage.
Um den Zusammenlegungsprozess transparent zu gestalten, sind laut Stadtverwaltung alle Beteiligten – von Schulleitungen und Lehrkräften über Elternvertretungen bis zu Fördervereinen und dem Schulamt – einbezogen. Eine eigens eingerichtete Steuerungsgruppe tagt regelmäßig, um offene Fragen zu klären und die Umsetzung zu begleiten. Ein Austausch erfolgt auch über eine digitale Plattform.
Die offizielle Beteiligung beginnt nach der Stadtratssitzung am 10. Dezember 2025. Es folgen Anhörungen der Schulkonferenzen, des Jugendamtes, weiterer Gremien und benachbarter Schulträger, bevor der Stadtrat erneut abstimmt und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur abschließend entscheidet. Oberbürgermeister Christoph Ihling und Bildungsdezernent Ingo Wachtmeister betonten, die Zusammenlegung ermögliche eine größere Vielfalt an Unterrichtsfächern und stabilere Kurse im Interesse der Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig zeigten sie Verständnis für die Verunsicherung innerhalb der Elternschaft und kündigten einen weiterführenden Dialog an.
Quelle: Pressemitteilung vom 24.11.2025
Bild: ©J.-H. Janßen, CC BY-SA 3.0
Veröffentlicht am 24.11.2025 15:02 von Marcus Schütz, Fachredakteur
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