Eisenach plant Zusammenlegung zweier Kitas wegen sinkender Kinderzahlen
Die Stadt Eisenach reagiert auf deutlich sinkende Anmeldezahlen in den Kindergärten: Die beiden städtischen Einrichtungen „Kindertraum“ in der Schützenstraße und „Spatzennetz“ in der Schlachthofstraße sollen zusammengelegt werden. Ziel der Verwaltung ist es, trotz rückläufiger Kinderzahlen eine wohnortnahe, verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu sichern und gleichzeitig die vorhandenen Platzkapazitäten sinnvoll zu nutzen.
Hintergrund der Überlegungen ist die demografische Entwicklung in Eisenach. Im Kindergartenjahr 2019/2020 wurden in der Stadt noch 2268 Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung gezählt. Für das kommende Kindergartenjahr 2026/2027 rechnet die Stadt nur noch mit 1815 Kindern, für das Jahr 2029 mit rund 1514. Aktuell liegt die Auslastung der Betreuungsplätze bei etwa 84 Prozent. Auf Basis dieser Quote ergibt sich für 2026/2027 ein Bedarf von rund 1527 Plätzen – bei einer Gesamtkapazität der städtischen Einrichtungen von 2067 Plätzen.
Die geplante Zusammenlegung der Kitas „Kindertraum“ und „Spatzennetz“ ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung der Kita-Landschaft in Eisenach. Seit September 2025 arbeitet die Stadtverwaltung gemeinsam mit freien Trägern und dem Stadtelternrat an einer Strategie, um die vorhandenen Plätze bedarfsgerecht und verantwortungsvoll anzupassen. Im Fokus steht dabei, Überkapazitäten abzubauen, ohne die Betreuungsqualität oder die Erreichbarkeit der Einrichtungen für Familien zu verschlechtern.
Konkrete Details dazu, wie die Zusammenlegung organisatorisch ablaufen soll – etwa welcher Standort künftig genutzt wird, wie Gruppen neu zugeschnitten werden oder welche Übergangsregelungen für Kinder und Personal gelten – liegen derzeit noch nicht öffentlich vor. Klar ist jedoch, dass die Stadt die Anpassungen so gestalten will, dass für Eltern und Kinder möglichst geringe Einschnitte entstehen und alle bisher betreuten Kinder auch künftig einen Platz erhalten.
Für Familien in den betroffenen Einrichtungen ist damit absehbar, dass sich Strukturen und möglicherweise auch der tägliche Weg in den Kindergarten verändern werden. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen, dass Eisenach mittelfristig mit deutlich weniger Kindern im Kita-Alter planen muss und die Stadt ihre Infrastruktur entsprechend anpasst. Weitere Entscheidungen zur konkreten Ausgestaltung der Zusammenlegung und zur künftigen Verteilung der Plätze in den städtischen und freien Einrichtungen werden in den kommenden Monaten erwartet.
Quelle: Pressemitteilung vom 24.04.2026
Veröffentlicht am 24.04.2026 11:21 von Christian Wolf, Redakteur
Kommentare