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Eisenach trauert um langjährige Seniorenbeauftragte Erika Hermanns

Die Stadt Eisenach trauert um Erika Hermanns. Die langjährige Seniorenbeauftragte und Vorsitzende des Seniorenbeirats ist am 22. Mai im Alter von 79 Jahren gestorben. Mehr als zwei Jahrzehnte prägte sie die Seniorenarbeit in der Stadt, setzte sich für bessere Lebensbedingungen älterer Menschen ein und war an zahlreichen sozialen Projekten beteiligt. Verwaltung, Ehrenamtliche und viele Bürgerinnen und Bürger würdigen ihren Einsatz und nehmen Abschied.

Erika Hermanns war über mehr als 20 Jahre Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt. Viele Jahre wirkte sie dort als stellvertretende Vorsitzende, seit Juni 2018 stand sie dem Gremium vor. Im Januar 2013 wurde sie erstmals vom Stadtrat zur Seniorenbeauftragten bestellt. Dieses Amt übte sie bis 2024 aus, als sie es krankheitsbedingt niederlegen musste. In dieser Zeit war sie zentrale Ansprechpartnerin für die Anliegen älterer Eisenacherinnen und Eisenacher.

Zu ihrem Alltag gehörte, Menschen zu unterstützen, die pflegebedürftig wurden oder in ein Heim umziehen mussten. Sie half beim Beantragen von Renten und bei anderen Behördengängen und hielt Vorträge, um vor Betrugsmaschen gegenüber Seniorinnen und Senioren zu warnen. Als frühere Polizistin und frühere Kontaktbereichsbeamtin in der Eisenacher Innenstadt kannte sie typische Vorgehensweisen der Täter und gab dieses Wissen weiter.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit lag auf der Frage, wie ältere Menschen in Eisenach gut und bezahlbar wohnen können. Sie setzte sich dafür ein, altersgerechten und barrierefreien Wohnraum zu schaffen, den sich auch Menschen mit kleiner Rente leisten können. Aus ihren Sprechstunden wusste sie um den großen Bedarf. Sie nahm sich Beschwerden über kaputte Gehwege an und machte auf Hindernisse beim Busfahren aufmerksam, die für Menschen mit Rollator oder Einschränkungen zum Problem werden.

Während der Corona-Pandemie organisierte Erika Hermanns gemeinsam mit Heike Apel-Spengler von der Freiwilligen-Agentur Hausbesuche und Einkaufshilfen für alleinstehende Menschen. Außerdem vermittelte sie mehr als 500 Impftermine für Personen, die dies aus eigener Kraft nicht geschafft hätten. Damit trug sie dazu bei, dass viele Ältere in einer besonders belastenden Zeit Unterstützung erhielten.

Ein großes Anliegen war ihr, der Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken. Sie gehörte zu den Gründerinnen des Nachbarschaftstreffs in der Goethestraße, der sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Begegnung entwickelt hat. Von Beginn an engagierte sie sich zudem in der Freiwilligen-Agentur und beim Schüler-Freiwilligentag, um auch Jüngere an ehrenamtliches Engagement heranzuführen.

Über die Stadtgrenzen hinaus war Erika Hermanns in den Städtepartnerschaften aktiv. Sie besuchte alle Partnerstädte mit Ausnahme von Mogilew und war Teil der Gruppe aus Eisenach, die mit Unterstützung der ungarischen Partnerstadt Sárospatak Spenden in die Westukraine brachte. Auch bei der Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine und im Bündnis gegen Rechtsextremismus war sie eingebunden. In einem Kindergarten engagierte sie sich zusätzlich als „Leseoma“.

Für ihr langjähriges ehrenamtliches Wirken wurde Erika Hermanns mehrfach ausgezeichnet. 2016 erhielt sie die Thüringer Rose, 2020 folgte das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Oberbürgermeister Christoph Ihling würdigte Erika Hermanns als „Herz und Stimme“ der älteren Eisenacherinnen und Eisenacher. Ihr Engagement habe das Leben vieler Menschen in der Stadt spürbar verbessert und weit über Eisenach hinaus Wirkung entfaltet. Auch Heike Apel-Spengler von der Freiwilligen-Agentur betonte, dass das Ehrenamt für Erika Hermanns Lebensinhalt gewesen sei und ein „Nein“ für sie nicht infrage kam.

Wer persönlich Abschied nehmen möchte, hat dazu im Nachbarschaftstreff in der Goethestraße 10A Gelegenheit. Dort wird ab Freitag, 29. Mai, ein Kondolenzbuch ausliegen. Angehörige, Weggefährten und alle, die sich mit Erika Hermanns verbunden fühlen, können dort ihre Anteilnahme, Erinnerungen und tröstende Worte eintragen.

Mit dem Tod von Erika Hermanns verliert Eisenach eine prägende Stimme der Seniorenarbeit. Viele der von ihr angestoßenen Projekte, von Nachbarschaftshilfen bis zu Treffpunkten für ältere Menschen, wirken weiter und zeigen, welchen Unterschied konsequentes ehrenamtliches Engagement vor Ort machen kann.

Quelle: Pressemitteilung vom 28.05.2026
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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