Eisenacherin Lena Oppermann wird Patin für DLRG-Rettungsboot an der Ostsee
Die Eisenacher Rettungssportlerin Lena Oppermann hat an der Ostsee eine besondere Aufgabe übernommen: Am 19. Mai 2026 taufte die 21-Jährige am Strand von Grömitz ein Rettungsboot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und übernahm dafür die Patenschaft. Das Boot wird in der kommenden Badesaison an der DLRG-Station in Heiligenhafen eingesetzt und soll dort ehrenamtlichen Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern bei Einsätzen dienen.
Hintergrund der Bootstaufe ist der Erfolg der deutschen Nationalmannschaft im Rettungsschwimmen bei den World Games 2025 im chinesischen Chengdu. Das Team holte dort 13 Medaillen, Oppermann selbst war mit drei Silbermedaillen in Einzelwettbewerben und drei Goldmedaillen mit dem Team die erfolgreichste Athletin der DLRG-Auswahl. Einige Wochen später sicherte sie sich zudem einen Europameistertitel. Als Anerkennung für diese Leistungen erhalten alle Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner eine Patenschaft für ein Rettungsboot im Zentralen Wasserrettungsdienst-Küste der DLRG.
„Das ist eine besondere Ehre, Patin eines Rettungsbootes zu sein, das dazu beitragen wird, Leben zu retten“, wird Oppermann in der Mitteilung zitiert. Die Eisenacherin, die ihre ersten Schwimmabzeichen bei der DLRG in Eisenach abgelegt hat und inzwischen als Sportsoldatin in Warendorf trainiert, investiert nach eigenen Angaben 35 bis 40 Stunden pro Woche ins Training und absolviert parallel ein Fernstudium. Für ein eigenes Ehrenamt im Wasserrettungsdienst bleibt derzeit keine Zeit, langfristig kann sie sich jedoch vorstellen, selbst an der Küste im Einsatz zu sein.
DLRG-Generalsekretärin Tanja Larsson betonte bei der Bootstaufe, dass hinter Erfolgen wie denen von Oppermann viele tausend Trainingsstunden und persönliche Entbehrungen stehen. Mit den Bootspatenschaften wolle die DLRG den Zusammenhang zwischen Leistungssport und praktischem Wasserrettungsdienst sichtbar machen. Der Rettungssport sei die Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens und diene dazu, Einsatzfähigkeit zu erhalten, Nachwuchs zu gewinnen und Kinder und Jugendliche für ein späteres ehrenamtliches Engagement an Gewässern zu motivieren.
Das von Oppermann getaufte Schlauchboot ist ein Rescue S 350 Typ II, ein halbstarres Schlauchboot mit Aluminiumrumpf. Dieser Bootstyp wird in der DLRG seit rund 20 Jahren eingesetzt und gilt als Standard-Rettungsmittel, insbesondere in der Brandungszone. Ziel der Rettungsschwimmer ist es, vom Moment der Sichtung einer Person in Not bis zur Rückkehr an den Strand nicht mehr als 90 Sekunden zu benötigen.
Bundesweit verfügte die DLRG im Jahr 2025 über 430 dieser sogenannten IRBs (Inflatable Rescue Boats), davon rund 45 im Zentralen Wasserrettungsdienst-Küste. An Nord- und Ostsee betreibt die Organisation dort 81 Stationen mit etwa 100 Badestellen. Zwischen Anfang Mai und Ende September sind mehr als 5.000 Freiwillige aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz, in der Hochsaison wachen bis zu 850 Ehrenamtliche täglich an den Stränden.
Für den Rettungssport selbst sind Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und der sichere Umgang mit Rettungsgeräten entscheidend. In der DLRG betreiben zehntausende Menschen diesen Sport – vom Vereinsniveau bis hin zu internationalen Meisterschaften. Die World Games, bei denen Oppermann 2025 in Chengdu startete, gelten als wichtigster Wettbewerb für nichtolympische Sportarten. 2029 sollen sie in Karlsruhe ausgetragen werden, 2032 könnte der Rettungssport erstmals Teil der Olympischen Spiele werden.
Für Eisenach ist die Bootspatenschaft an der Ostsee ein weiterer Baustein in der Erfolgsbilanz der lokalen Rettungsschwimmausbildung. Bereits in den vergangenen Jahren hatten Berichte über Oppermanns Medaillenserien und internationale Titel gezeigt, welchen Weg Talente aus den Eisenacher Trainingsgruppen nehmen können.
Quelle: Pressemitteilung vom 21.05.2026
Foto: DLRG
Veröffentlicht am 22.05.2026 08:00 von Christian Wolf, Redakteur
Kommentare