Elterninitiative fordert sorgfältige Planung bei Fusion der Eisenacher Gymnasien
Eine von der „Elterninitiative gegen eine schnelle Fusion der Gymnasien“ gestartete Petition fordert den Eisenacher Stadtrat dazu auf, die geplante Fusion des Ernst-Abbe-Gymnasiums und des Elisabeth-Gymnasiums nicht überstürzt, sondern auf Basis eines umfassenden und transparenten Konzepts umzusetzen. Die Petition „Fusion Der Eisenacher Gymnasien - Mit Konzept Statt Übereilt“, die am 11. März 2026 auf openpetition.de gestartet wurde, hat bislang 501 Unterschriften gesammelt und richtet sich direkt an Oberbürgermeister Christoph Ihling sowie den Stadtrat.
Die Initiatoren betonen, dass sie eine Fusion grundsätzlich nicht ablehnen, jedoch vor einer schnellen Umsetzung ohne tragfähiges Gesamtkonzept warnen. In der Begründung heißt es, eine sofortige Zusammenlegung würde aktuell bedeuten, dass der Unterricht auf drei teils sanierungsbedürftige Gebäude verteilt werden müsste. Zudem seien zentrale Fragen zur Organisation des Schulalltags, zur Ausgestaltung von Ganztagsangeboten und zur Pausenversorgung noch ungeklärt. Befürchtet werden auch längere Unterrichtszeiten und zusätzliche Belastungen für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Die anstehende Oberstufenreform in Thüringen verschärfe laut Elterninitiative die Herausforderungen zusätzlich.
Die Petition fordert daher ein vollständiges, öffentlich nachvollziehbares Konzept, klare organisatorische und pädagogische Rahmenbedingungen sowie die Prüfung praxiserprobter Modelle aus anderen Thüringer Gymnasien. Besonders wichtig sei den Initiatoren eine transparente Beteiligung aller Betroffenen – also von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften – am Entwicklungsprozess. „Erst ein tragfähiges Konzept. Dann eine starke gemeinsame Schule“, fasst die Initiative ihre Position zusammen.
Die mittlerweile über 200 Kommentare der Unterstützenden geben Einblick in die Sorgen und Erwartungen vieler Eltern und Lehrkräfte. So heißt es etwa: „Wenn an Kindern und Bildung schon gespart wird, dann mit Sinn und Verstand. Mit Konzept, Tragfähigkeit und in einer Art und Weise, die den Schüler:innen nicht ihres Rechtes auf angemessene Bildung beraubt.“ Andere Stimmen kritisieren, dass die Bürger, insbesondere Eltern, Schüler und Lehrer, bislang nicht ausreichend einbezogen worden seien. Auch die Identität der öffentlich-rechlichen Schullandschaft für frei zugängliche Bildung und die Stabilität für die Schülerinnen und Schüler werden als schützenswert hervorgehoben.
Hintergrund der Debatte ist die geplante Zusammenlegung der beiden staatlichen Gymnasien in Eisenach, die von der Stadtverwaltung vor allem mit sinkenden Schülerzahlen und dem Anspruch auf ein stabiles Bildungsangebot begründet wird. Die Stadt verweist auf laufende Investitionen, etwa den Anbau am Standort Wartburgallee, und betont, dass ein kompletter Neubau aus finanziellen Gründen derzeit nicht realisierbar sei. Die endgültige Entscheidung über den Schulnetzplan steht noch aus; zuvor sind verschiedene Gremien und das Thüringer Bildungsministerium einzubeziehen.
Die Petition unterstreicht, dass eine Fusion auch als Chance für die Schulentwicklung gesehen werden kann – vorausgesetzt, sie wird mit ausreichend Zeit, Beteiligung und einem tragfähigen Konzept umgesetzt. Die Diskussion um die Zukunft der Eisenacher Gymnasien bleibt damit ein zentrales Thema für viele Familien, Lehrkräfte und die Stadtgesellschaft.
Quelle: Pressemitteilung vom 11.03.2026
Veröffentlicht am 30.03.2026 09:07 von Marcus Schütz, Fachredakteur
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