Engagierter Einsatz: Soldaten pflegen Kriegsgräber in Bad Liebenstein
In Bad Liebenstein haben Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 391 mit gezielten Pflegearbeiten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kriegsgräber und des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft geleistet. Die Aktion wurde von der Stadt positiv aufgenommen und gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge begleitet.
Der Friedhof in Bad Liebenstein gilt als Ort persönlicher und kollektiver Erinnerung. Neben privaten Gräbern befinden sich auf dem Gelände sowohl Kriegsgräber aus dem Zweiten Weltkrieg als auch Gräber ehemaliger Zwangsarbeiter. Den Angaben der Stadt zufolge ruhen auf dem Kriegsgräberfeld mehr als 100 bekannte und sechs unbekannte Kriegstote. Die Namen und Lebensdaten auf in den Rasen eingelassenen Steinplatten erinnern an Menschen, die während des Krieges ums Leben kamen. In unmittelbarer Nähe hebt sich zudem ein obeliskartiger Grabstein hervor, der an 18 namentlich bekannte und 5 unbekannte sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, darunter auch Kinder, erinnert. Diese Personen fanden laut Stadtarchiv auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe.
Um die Kriegsgräber in angemessenem Zustand zu erhalten, habe die Stadt beim jüngsten Pflegeeinsatz auf die Unterstützung der Patenkompanie aus Bad Salzungen gezählt. Die Soldaten befreiten die Grabplatten von Bewuchs und sorgten durch gründliche Reinigung dafür, dass die Namen der Kriegstoten wieder deutlich sichtbar sind. Auch am Grab der Zwangsarbeiter seien Reinigungsarbeiten erfolgt. Wie berichtet wurde, sollen weitere Maßnahmen an bislang schwer erreichbaren Stellen folgen.
Bürgermeisterin Susanne Rakowski zeigte sich beeindruckt vom freiwilligen Engagement der Soldaten. Oberstabsfeldwebel Ivo Gutkowski erklärte, dass sich die beteiligten Soldaten selbst für diese Aufgabe gemeldet hätten. Die Stadt habe mit Verbindungsmann Thomas Mieling sichergestellt, dass das nötige Arbeitsmaterial bereitgestellt wurde. Zudem informierte Henrik Hug, Landesgeschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge Thüringen, die Helfer vor Ort über die Hintergründe der Gräberanlagen und ihren historischen Kontext.
Hintergrund ist das „Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“, das den dauerhaften Schutz dieser Gräber regelt. Das Gesetz versteht sich als Beitrag zur Erinnerungskultur und soll gewährleisten, dass die Opfer von Krieg und NS-Gewaltherrschaft nicht in Vergessenheit geraten.
Bereits 2023 hatte die 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 391 in einer feierlichen Zeremonie eine Patenschaft für die Pflege der Kriegsdenkmäler in Bad Liebenstein und den Ortsteilen übernommen. Nachdem in diesem Jahr bei erneuten Arbeiten festgestellt worden sei, dass auf dem Friedhof auch Kriegsgräber existieren, habe die Bundeswehr ihre Unterstützung angeboten, was in der Stadtverwaltung mit Dankbarkeit aufgenommen wurde.
Quelle: Pressemitteilung vom 20.05.2025
Foto: Stadtverwaltung Bad Liebenstein (Kompaniefeldwebel Gutkowski zeigt Bürgermeisterin Susanne Rakowski und dem Patenkompaniebeauftragten Thomas Mieling die durchgeführten Pflegearbeiten auf dem Kriegsgräberfeld in Bad Liebenstein)
Veröffentlicht am 21.05.2025 06:38 von Christian Wolf, Redakteur
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