12.02.2025 👎2

Farbangriff auf Regionalzug zwischen Eisenach und Erfurt: Fußballvereine im Zwielicht

Ein Regionalzug zwischen Eisenach und Erfurt wurde am Dienstagabend Ziel eines großflächigen Graffiti-Anschlags. Vermutet wird ein Zusammenhang mit dem bevorstehenden Thüringenderby zwischen den Fußballmannschaften von Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena. Die mutmaßlichen Anhänger beider vereine ließen nicht nur ihre künstlerischen Fähigkeiten walten, sondern blockierten auch Türen, um den Zug minutenlang zum Stopp zu zwingen.

Wie die Bundespolizei mitteilte, sei der Zug am Haltepunkt Wandersleben zum Anhalten genötigt worden. Unbekannte Personen blockierten die Türen, während andere sich den Gleisen näherten, um die Außenfassade des Zuges mit etwa 50 Quadratmetern roter und weißer Farbe zu verunstalten. Vorherige Schmierereien wiesen bereits Bezüge zu den gegnerischen Fans des Jenaer Vereins auf.

Nach dem Vorfall setzten die Täter ihre Fahrt in dem nun beschmierten Zug bis zum nächsten Haltepunkt in Seebergen fort und entkamen unerkannt. Trotz einer eingeleiteten Nahbereichsfahndung blieben die Täter für die Polizei unauffindbar. Am Tatort sowie im Zug wurden jedoch Spuren gesichert. Die Ermittlungen laufen unter anderem wegen Nötigung und Sachbeschädigung.

Die Bundespolizei beobachtete zuletzt eine Zunahme solcher Vorfälle an Bahnhöfen und Haltepunkten, welche die gegenseitige Abneigung der rivalisierenden Fanlager dokumentieren. Sie bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, um den Vorfall aufzuklären. Insbesondere Personen, die am Tatabend in den Haltepunkten Wandersleben und Seebergen verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder als Zugreisende in der Regionalbahn RB 74630 unterwegs waren, sind aufgerufen, sich bei der Bundespolizeiinspektion Erfurt zu melden.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.2.2025
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