29.09.2026

Feuerwehr-Projektwochen: 1.449 Viertklässler trainieren den Ernstfall im FTZ Immelborn

Im Spätsommer 2026 haben 1.449 Schülerinnen und Schüler aus den vierten Klassen der Grundschulen im Wartburgkreis mehrere Projekttage im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) in Immelborn absolviert. Auf dem Programm standen praktische Übungen zu Brandschutz, Feuerwehrarbeit und Rettungsdienst – von der Fahrt mit der Drehleiter bis zum richtigen Verhalten, wenn nachts der Rauchmelder Alarm schlägt. Die Projektwochen werden seit Jahren zentral vom Wartburgkreis organisiert und richten sich an alle Grundschulen im Landkreis.

Seit dem Start der Reihe im Jahr 2008 haben nach Angaben des Landratsamtes insgesamt 17.130 Kinder an den Feuerwehr-Projektwochen teilgenommen. Ziel ist es, den sicheren Umgang mit Feuer einzuüben, Gefahren besser einschätzen zu können und Hemmschwellen im Kontakt mit Einsatzkräften abzubauen. Gleichzeitig soll früh Interesse an der Arbeit der Feuerwehren geweckt werden. Landrat Dr. Michael Brodführer betonte, dass Fähigkeiten wie das richtige Absetzen eines Notrufs oder die Reaktion auf einen Rauchmelder „Fähigkeiten fürs Leben“ seien.

Stationen zwischen Drehleiter, Notruftraining und Fettbrand-Versuch

Das Programm im FTZ kombinierte theoretische Inhalte mit vielen praktischen Stationen. Fester Bestandteil an jedem Projekttag waren Fahrten mit der Drehleiter, der Besuch der Atemschutzübungsanlage sowie Übungen zum richtigen Absetzen eines Notrufs. An weiteren Stationen ging es um das Thema „Brennen und Löschen“, den sicheren Umgang mit Feuer und das Verhalten bei Unwetterlagen.

Die Kinder lernten außerdem den Inhalt eines Notfallrucksacks kennen und konnten mit einer Kübelspritze ein fiktives Feuer löschen. Demonstrationen zeigten, welche Folgen ein falsch gelöschter Fettbrand haben kann und warum hier kein Wasser eingesetzt werden darf. Die genaue Zahl und Zusammensetzung der Stationen variierte je nach Tag und beteiligten Feuerwehren.

Neues 120-Sekunden-Spiel und Rettungsdienst-Station

Neu im Programm war 2026 ein digitales „120-Sekunden-Spiel“ am Tablet. In dem interaktiven Szenario mussten die Kinder innerhalb kurzer Zeit Entscheidungen treffen, wenn nachts ein Rauchwarnmelder auslöst und Rauch aus einem Zimmer dringt. Das Angebot basiert auf einer Software des Forums Brandrauchprävention e. V. und soll typische Fehler im Ernstfall vermeiden helfen.

Ebenfalls erstmals durchgängig dabei waren die beiden DRK-Kreisverbände Bad Salzungen und Eisenach sowie der ASB Regionalverband Südwestthüringen mit einer eigenen Rettungsdienst-Station. Dort erfuhren die Kinder, welche Aufgaben der Rettungsdienst übernimmt und wie ein Einsatz abläuft. Spielerische und altersgerechte Übungen sollten Berührungsängste abbauen – etwa vor der Behandlung im Rettungswagen oder vor Einsatzkräften in Schutzkleidung.

Die Station zum Notfallrucksack, die bereits 2025 eingeführt wurde, entstand in Kooperation mit dem HochwasserKompetenzCentrum e. V. (HKC). Sie soll vermitteln, welche Ausrüstung im Haushalt sinnvoll ist, um bei Unwetter oder anderen Gefahrensituationen schnell reagieren zu können.

Monatelange Vorbereitung und viel Ehrenamt

Die Organisation der Projektwochen begann bereits im Februar. Schulen und Feuerwehren wurden frühzeitig über Termine informiert, parallel wurden Bustransfers der Klassen und die Versorgung vor Ort geplant. An den einzelnen Projekttagen waren jeweils die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Einzugsgebiet der teilnehmenden Schulen eingebunden. Ergänzt wurden sie durch eine Feuerwehr, an deren Standort eine landkreiseigene Drehleiter stationiert ist.

Kreisbrandinspektor Christian Grebe hob den Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte hervor. Viele Feuerwehrangehörige nehmen für die Projektwochen Urlaub, tauschen Schichten oder richten ihre Freizeit nach den Terminen aus. Ohne dieses Engagement wäre das Angebot in der aktuellen Form nicht möglich. Die Ehrenamtlichen sorgen zugleich dafür, dass die Kinder „ihre“ Feuerwehr vor Ort kennenlernen und einen direkten Bezug zu den Einsatzkräften im eigenen Wohnort bekommen.

Mit den diesjährigen Feuerwehr-Projektwochen setzt der Wartburgkreis das seit Jahren etablierte Format zur Brandschutzerziehung an Grundschulen fort. Die Kombination aus praktischen Übungen, neuen digitalen Elementen und der Einbindung des Rettungsdienstes soll dazu beitragen, dass Kinder Gefahrensituationen frühzeitig erkennen und im Ernstfall richtig reagieren können.

Quelle: Pressemitteilung vom 29.09.2026
Fotos: Landratsamt
Veröffentlicht am von , Redakteur

Kommentare