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Finanzlücke bedroht Artenvielfalt: Studie fordert mehr Mittel für Thüringens Agrarlandschaft

Eine aktuelle Studie zeigt: Thüringen benötigt deutlich mehr Geld, um den Verlust der Artenvielfalt in der Landwirtschaft aufzuhalten. In der Förderperiode 2028–2032 wird ein zusätzlicher Finanzbedarf von über 42 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt, um ausreichend Maßnahmen für den Erhalt der Biodiversität umzusetzen.

Hintergrund der Analyse ist die wachsende Zusammenarbeit von Verbänden aus Landwirtschaft und Naturschutz im Freistaat. Das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (ifab) hat die Studie im Auftrag von Thüringer Bauernverband, BUND Thüringen, NABU Thüringen und Thüringer Ökoherz durchgeführt. Finanziell unterstützte das Thüringer Umweltministerium das Projekt. Laut Studie reichen die derzeitigen Fördermittel – etwa 108 Millionen Euro pro Jahr aus unterschiedlichen Programmen – bei weitem nicht aus, um den Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft effektiv zu stoppen.

Die Autoren sehen zwar in bestehenden Landwirtschaftsprogrammen und ökologischen Regelungen geeignete Ansätze, fordern aber deren Weiterentwicklung. Besonderer Änderungsbedarf besteht ihnen zufolge in Maßnahmen für Ackerland und der gezielten Ausgestaltung von Grünlandvorhaben. Auch die Ausweitung des ökologischen Landbaus wird empfohlen.

Umweltminister Tilo Kummer verwies darauf, dass rund die Hälfte der thüringischen Landesfläche landwirtschaftlich genutzt werde, davon über 20 Prozent mit hohem Naturwert – eine höhere Quote als im Bundesdurchschnitt. Ziel des sogenannten „Thüringer Netzwerks Landwirtschaft und Naturschutz“ sei es, das Potenzial zum Erhalt der Artenvielfalt künftig besser zu nutzen.

Die Studie beziffert einen Gesamtfinanzbedarf von 150 Millionen Euro jährlich für die Förderperiode 2028–2032. Bis 2042 stiege dieser Betrag demnach auf 257 Millionen Euro pro Jahr. In Workshops haben Vertreterinnen und Vertreter von Landwirtschaft und Naturschutz mögliche Verbesserungen und praxisnahe Maßnahmen wie die Extensivierung von Äckern und die Pflege von Streuobstwiesen abgestimmt und diskutieren diese im Rahmen von Folgeprojekten weiter.

Die beteiligten Verbände betonen, dass eine zukunftsfähige Landwirtschaft nur mit ausreichender Artenvielfalt möglich sei. Dafür seien laut den Initiatoren deutlich höhere finanzielle Anreize sowie weniger bürokratische Hürden notwendig. Die politischen Entscheidungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene müssten die Weichen entsprechend stellen, so die Forderung.

Mit dem Anfang April gestarteten Netzwerk setzen die Kooperationspartner eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Das Thüringer Landwirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit 239.000 Euro, für die Studie selbst stellte das Umweltministerium 67.000 Euro zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung vom 16.12.2025
Foto: NABU
Veröffentlicht am von , Redakteur

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