„Fleischklopfer“-Denkmal an der Wartburgallee wird restauriert
In Eisenach hat die Restaurierung des Denkmals zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung zwischen Marienstraße und Wartburgallee begonnen. Die Arbeiten umfassen sowohl die große Stele auf dem Platz als auch die dahinterliegende Mauer mit dem Brecht-Zitat und gelten als Voraussetzung für die geplante Neugestaltung der gesamten Platzfläche. Die Stadt setzt damit den nächsten Baustein im Umbau des Areals rund um die Gedenkstätte „Goldener Löwe“ um.
Zu den ersten Schritten gehört, dass der bestehende Platzbelag aufgenommen wird. Die historischen Natursteinplatten werden sortiert; noch intakte Platten sollen später direkt rund um den quaderförmigen Kubus verlegt werden. Damit knüpft die Stadt an das bereits vorgestellte Konzept zur klimaangepassten Umgestaltung des Denkmalplatzes an, bei dem wiederverwendbare Natursteine gezielt im Umfeld des Monuments eingesetzt werden.
Im Mittelpunkt der Restaurierung stehen der steinerne Quader mit seinen vier Relieftafeln und die rundbogenförmige Mauer mit dem Schriftzug des Bertolt-Brecht-Zitats. Beide Bauteile werden zunächst gereinigt und entsalzt. Die Basis des Kubus, der im Volksmund wegen seiner Form „Fleischklopfer“ genannt wird, wird zusätzlich stabilisiert. Risse im Naturstein werden geklebt, fehlende Formen ergänzt, anschließend wird der Stein rekonstruiert, farblich retuschiert und neu verfugt.
Die Bauzeit ist mit rund vier bis fünf Monaten veranschlagt. Finanziert wird die Maßnahme über Mittel des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur sowie des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. Die Ausführung übernimmt die Firma Denkmalpflege Mühlhausen, die Planung stammt vom Restaurator Stefan Scheidemann aus Friedrichroda. Das Denkmal selbst wurde von den Erfurter Künstlern Anke und Siegfried Besser entworfen und am 14. März 1983, dem 100. Todestag von Karl Marx, eingeweiht.
Im nächsten Schritt soll die Platzfläche selbst saniert werden. Nach aktueller Planung ist diese Umgestaltung für das Jahr 2027 vorgesehen. Vorgesehen sind zusätzliche Begrünung und Sitzbänke, um den Bereich auch mit Blick auf zunehmende Hitzeperioden aufzuwerten. Zum Einsatz kommen Materialien, die größere Mengen Regenwasser speichern, das Wachstum der Bäume unterstützen und das Mikroklima auf dem Platz verbessern. Neben dem vorhandenen Baum, der erhalten bleibt, sind zwei weitere Bäume geplant.
Der öffentliche Weg, der den Bereich zwischen Marienstraße und Wartburgallee quert, bleibt auch nach der Neugestaltung erhalten. Damit soll der Platz weiterhin als fußläufige Verbindung im Quartier dienen – künftig mit mehr Schatten, Aufenthaltsqualität und einem sichtbar instandgesetzten Denkmal als Mittelpunkt.
Hintergrund: Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt den Siegerentwurf eines gutachterlichen Verfahrens zur Neugestaltung des Denkmalplatzes vorgestellt. Dieser sieht unter anderem eine belagsoffene Oberfläche für bessere Versickerung von Regenwasser, zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine klare Abgrenzung zum benachbarten Wohngebäude vor. Die jetzt gestartete Steinrestaurierung des Kubus und der Mauer ist der Auftakt für diese umfassendere Umgestaltung.
Quelle: Pressemitteilung vom 28.08.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 28.08.2026 18:26 von Christian Wolf, Redakteur

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