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„Fragwürdigung“: Neue Ausstellung im Stadtschloss stellt die Gegenwart ins Bild

Mit der Ausstellung „Fragwürdigung“ holt das Thüringer Museum Eisenach die Malerin Claudia Hauptmann zurück in ihre Heimatstadt. Im Stadtschloss sind bis zum 27. September 2026 Gemälde zu sehen, die Alltagsszenen der Gegenwart in der Bildsprache der Alten Meister zeigen – von einer Frau mit Milchpumpe über eine Strandbesucherin mit Mundschutz bis hin zu einem nackten Mann, umgeben von verschiedenen Rollenbildern moderner Frauen. Die Schau spannt den Bogen von frühen Arbeiten aus den 1980er-Jahren bis zu aktuellen Werken.

Die Ausstellung knüpft an die Curt-Elschner-Galerie im Stadtschloss an, in der vor allem Malerei des 19. Jahrhunderts präsentiert wird. Für das Museum ist „Fragwürdigung“ ein Schritt, das eigene Profil stärker in Richtung Gegenwartskunst und heutige gesellschaftliche Debatten zu öffnen. Darauf verwies der Hauptamtliche Beigeordnete für Bürgerservice, Bildung, Jugend und Kultur, Ingo Wachtmeister, bei der Vernissage am 16. Mai.

Claudia Hauptmann, 1966 in Eisenach geboren und in Gerstungen aufgewachsen, lebt seit 2006 in Berlin. Dazwischen führten sie Stationen in Leipzig, Lüskow, Heinrichsruh und Potsdam. In Eisenach zeigt sie nun eine Retrospektive von 1982 bis 2023. Ein Selbstporträt mit dem Titel „Fragwürdigung“ gab der gesamten Schau ihren Namen und steht programmatisch für ihren Blick auf die Welt – und auf sich selbst.

In ihren Bildern legt Hauptmann gesellschaftliche Widersprüche offen, ohne sie didaktisch aufzulösen. Viele Motive sind mehrdeutig angelegt, Ironie und Spott schwingen oft mit, bleiben aber im Bild versteckt. Nach Worten von Museumsleiter Dr. Reinhold Brunner versteht die Künstlerin Kunst als Einladung, Fragen an das Bild zu stellen, ohne dass eine eindeutige Antwort vorgegeben wird. Die Deutung liege beim Publikum.

Zur Eröffnung übernahm Thüringens Finanzministerin und frühere Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf die Schirmherrschaft. Staatssekretär Birger Scholz überreichte im Namen des Ministeriums Lottomittel in Höhe von 5000 Euro an die Stadt. Damit kann das Thüringer Museum das Werk „Perspektive“ aus dem Jahr 2023 für die Sammlung ankaufen und die Präsentation zeitgenössischer Kunst im Haus ausbauen. Kuratorin Sabine Elsner M.A. zeichnete bei der Vernissage den künstlerischen Werdegang Hauptmanns nach.

Die Ausstellung wird von mehreren Partnern unterstützt. Genannt werden die Kulturstiftung des Freistaates Thüringen, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Wartburg-Sparkasse, der Mitteldeutsche Kulturrat sowie der Förderverein Freunde des Thüringer Museums e.V. Sie tragen dazu bei, die Schau langfristig in Eisenach zu sichern und den Ankauf aktueller Arbeiten zu ermöglichen.

Für Schulen und andere Bildungsgruppen bietet das Thüringer Museum Eisenach Führungen durch „Fragwürdigung“ an, die sich gezielt an Lehrplänen orientieren lassen. Auf Wunsch können Schwerpunkte gesetzt werden – von klassischen Bildaufbau- und Malereifragen bis hin zu Themen wie Müll, Konsum oder dem Umgang mit dem Handy. Anfragen nimmt das Museum per E-Mail entgegen.

Die Ausstellung „Fragwürdigung“ ist im Stadtschloss Eisenach bis zum 27. September 2026 zu sehen. Details zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen stellt das Thüringer Museum online bereit; dort findet sich auch der digitale Ausstellungskatalog zu Claudia Hauptmann.

Quelle: Pressemitteilung vom 16.05.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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