15.09.2025

Gedenken und Geschichte: Weitere Stolpersteine in Eisenach erinnern an NS-Opfer

In Eisenach werden am Mittwoch, 17. September 2025, erneut Stolpersteine verlegt, um an die Vertreibung und Ermordung jüdischer Bürgerinnen und Bürger während des Nationalsozialismus zu erinnern. Die Gedenksteine werden an drei Standorten in der Stadt angebracht: Schlossberg 10, Goethestraße 48 und Bahnhofstraße 5g. Der Künstler Gunter Demnig, Initiator des internationalen Kunstprojekts, ist bei der Verlegung vor Ort.

Die erste Station ist die Villa Muskulus am Schlossberg 10, wo der damalige Landesrabbiner von Thüringen, Josef Wiesen, ein Heim für geistig beeinträchtigte Männer betrieben hatte. Nach der Schließung des Heimes im Jahr 1942 wurden die Bewohner nach Berlin-Weißensee gebracht. Sechs neue Stolpersteine vor Ort erinnern unter anderem an Albert Manasse und Georg Dzialoszynski, die 1942 nach Sobibor deportiert und ermordet wurden. Auch Hellmuth Galland, Walter Wreschner, Egon Fischer und Heinz Hildesheimer werden mit eigenen Gedenksteinen bedacht.

In der Goethestraße 48 steht künftig ein Stolperstein für Ellen Weinstein, geborene Klebe, und ihren Ehemann Alexander Weinstein. Beiden gelang 1939 die Flucht in die USA, wo Ellen Weinstein 1979 in New York verstarb. Die Familie Stern wird an der heutigen Bahnhofstraße 5g im Viertel „Klein Venedig“ gewürdigt. Max Felix Stern, seine Frau Franziska und ihre beiden Kinder konnten 1938 nach Palästina emigrieren. Norbert Alfred Stern, der Sohn, fiel später im Palästinakrieg.

Am Abend des 17. September wird zudem die aktualisierte Ausgabe des Buchs „Stolpersteine in Eisenach“ im ehemaligen Elektrizitätswerk vorgestellt. Autor ist Dr. Reinhold Brunner. Das Buch dokumentiert die Hintergründe und Schicksale der Menschen, an die mit den Stolpersteinen erinnert wird. Es ist sowohl vor Ort als auch in der Buchhandlung „Leselust“ sowie in der Stadtbibliothek erhältlich.

Die Verlegung der Stolpersteine und die Buchpräsentation sind Teil der ACHAVA-Festspiele 2025, die sich mit jüdischer Kultur und Geschichte beschäftigen.

Quelle: Pressemitteilung vom 15.09.2025
Veröffentlicht am von , Redakteur

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