Gedenken und Hoffnung: 80 Jahre nach dem Kriegsende in Thüringen
Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen erinnern die Gemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) rund um den 8. Mai an den 80. Jahrestag des Kriegsendes. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Friedensgebeten, Konzerten und Ausstellungen, die alle dazu beitragen sollen, die Schrecken des Krieges zu verarbeiten und den Wunsch nach Frieden zu fördern.
Die EKM plant, am Europatag, dem 9. Mai, um 18 Uhr unter dem Motto „Europe Rings for Peace“ ein Friedensläuten durchzuführen. Dieses symbolische Glockenläuten soll die Bedeutung des Friedens über Ländergrenzen hinweg verdeutlichen und den Zusammenhalt der Menschen in Europa hervorheben.
Eine besondere Veranstaltung ist das Gedenkkonzert am 11. Mai um 17 Uhr in der Brüderkirche Altenburg. Die Altenburger Kantorei wird gemeinsam mit dem Kyiv Symphony Orchestra und renommierten Solisten Werke aufführen, die sich intensiv mit Krieg und Frieden auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht das Oratorium „In terra pax“ des Schweizer Komponisten Frank Martin, geschrieben am Ende des Zweiten Weltkriegs.
In der Michaeliskirche Erfurt wird bis zum 1. Juni die Ausstellung „Entfernung von der Truppe“ gezeigt. Diese beleuchtet die Rolle der Wehrmachtsdeserteure während des Nationalsozialismus und wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet, darunter eine Vernissage am 7. Mai sowie ein Vortrag am 20. Mai über Desertion und Widerstand.
Auch in anderen Regionen Thüringens finden zahlreiche Aktivitäten statt. So wird es am 8. Mai in Dermbach ein Friedensgebet geben, während im Kirchenkreis Meiningen am 8. und 9. Mai Friedensgebete geplant sind, begleitet von einem einheitlichen Glockenläuten. In Eisenach sind eine Nagelkreuz-Andacht und ein Konzert mit Friedensliedern im Programm.
Als Auftakt zur Reihe „Love & Peace“ wird am 11. Mai in der Kirche Nöbdenitz über eine berühmte Bronzeskulptur des russischen Künstlers Jewgeni Wutschetitsch diskutiert, die bereits in der DDR zu einem Symbol der Friedensbewegung wurde. Diese und weitere Veranstaltungen sollen den Geist der Versöhnung weitertragen.
Der Hintergrund dieser Initiativen reicht zurück bis zum sogenannten „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ vom 19. Oktober 1945. Damals bekannte die Evangelische Kirche in Deutschland eine Mitschuld an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Diese Erklärung führte zu tiefgreifenden Diskussionen innerhalb des deutschen Protestantismus und veränderte langfristig dessen Selbstverständnis und die ökumenischen Beziehungen.
Quelle: Pressemitteilung vom 4.5.2025
Foto: epd/Viktoria Kühne
Veröffentlicht am 04.05.2025 15:39 von Christian Wolf, Redakteur
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