Gemeinschaft stärken: Soziale Anlaufstellen fördern Integration in Eisenach
In Eisenach werden durch das Programm ThINKA – „Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung“ – gezielt soziale Anlaufstellen geschaffen, um die Lebensbedingungen und das Miteinander in bestimmten Wohnquartieren nachhaltig zu verbessern. Verschiedene Akteure aus Verwaltung, Vereinen und Wohnungswirtschaft arbeiten dabei eng zusammen.
So existiert in der Oststadt Eisenachs bereits ein Stadtteilzentrum unter der Trägerschaft des Vereins „Zusammen-Leben-Gestalten“. Dort, in der Altstadtstraße, bietet das Zentrum ein breites Spektrum an Bildungsangeboten sowie ein Café als Treffpunkt. Ziel des weiteren Ausbaus sei es, die Bewohnerinnen und Bewohner stärker zur Mitgestaltung ihres Quartiers einzuladen. Ein hoher Beratungsbedarf besteht nach Aussage des Vereins insbesondere bei Fragen zu Sozialleistungen, Pflegeplätzen und Insolvenzverfahren. Auch Menschen mit Migrationserfahrung sollen von einem leicht zugänglichen Unterstützungsangebot profitieren, das bei Bedarf mobil organisiert wird.
In Eisenach-Nord liegt die Umsetzung des ThINKA-Programms bei den „Naturfreunden Thüringen“. Diese bieten in ihrer „Kulturinsel“ am Nordplatz Sprach- und Integrationskurse an. Das vorhandene Angebot soll laut Angaben der Initiatoren gemeinsam mit ortsansässigen Wohnungsunternehmen ausgeweitet werden. Weitere Beratungen, etwa zum Umgang mit Nachbarn oder zur Bewältigung von Mietschulden, gehören zu den Schwerpunkten. Feste Sprechzeiten werden eingerichtet, um den Zugang zu Hilfen für alle Einwohner des Viertels zu erleichtern. Auch die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitslosen, Menschen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehenden und von Armut betroffenen Personen ist vorgesehen.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und Netzwerken. Besonders in Eisenach-Nord besteht mit der „Nordrunde“ ein Forum, in dem u.a. Schulen, Jugendeinrichtungen, Vermieter und soziale Vereine gemeinsame Projekte und Anliegen der Quartiersbewohner beraten. Ziel sei es, Aktionen zur Quartiersentwicklung zu koordinieren und den Austausch mit der Stadtverwaltung zu pflegen.
Im Rahmen einer feierlichen Unterzeichnung am 29. Juli 2025 im Rathaus bekundeten Vertreter großer Wohnungsunternehmen, der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft Eisenach sowie die verantwortlichen Vereine ihre Partnerschaft mit der Stadt. Die Unternehmen und die Genossenschaft übernehmen im Projektzeitraum 2025 bis 2028 den finanziellen Eigenanteil von insgesamt 64.621 Euro. Eine gleich hohe Kofinanzierung steuert der Wartburgkreis bei. Weitere Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfonds und vom Freistaat Thüringen. Die Stadt Eisenach verpflichtet sich, die Fördermittel ausschließlich für die Realisierung der ThINKA-Maßnahmen einzusetzen.
Oberbürgermeister Christoph Ihling sprach allen Beteiligten, darunter den Wohnungsunternehmen, den engagierten Vereinen, dem Wartburgkreis und dem Freistaat Thüringen, seinen Dank aus. Ihling erklärte, dass nur durch gemeinsames Handeln eine echte soziale Integration und höhere Lebensqualität im Quartier entstehe. Er unterstrich zudem die Bedeutung gesamtgesellschaftlicher Verantwortung bei der Integration von Menschen verschiedener Herkunft und hob die neue Anlaufstelle der „Naturfreunde Thüringen“ im nahegelegenen Wutha-Farnroda als weiteres Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit hervor.
Quelle: Pressemitteilung vom 29.7.2025
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 29.07.2025 20:03 von Christian Wolf, Redakteur
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