24.11.2025 👎5

Geplante Legehennen-Anlage auf dem Reitenberg sorgt für öffentliche Debatte in Eisenach

Die Diskussion um das geplante Projekt „Wartburg Ei“ auf dem Gelände des ehemaligen Milchhofs auf dem Reitenberg in Eisenach hat in den vergangenen Tagen für Aufmerksamkeit und teils deutliche Reaktionen in sozialen Medien gesorgt. Oberbürgermeister Christoph Ihling hat sich am 24. November 2025 erstmals ausführlich zu den Plänen und den damit verbundenen Bedenken geäußert. Die Stadtverwaltung betonte, dass noch kein offizieller Genehmigungsantrag vorliegt und alle rechtlichen und technischen Bewertungen erst mit konkreten Unterlagen erfolgen können.

Laut Ihling handelt es sich bei dem Vorhaben um eine lokale Initiative eines gemeinsamen Unternehmens, das auf den Flächen der ehemaligen landwirtschaftlichen Anlage angesiedelt werden soll. Nachhaltigkeitsaspekte, beispielsweise die fachgerechte Entsorgung von Asbest beim Abbruch alter Gebäude, seien im Konzept berücksichtigt. Die Stadt legt nach Angaben des Oberbürgermeisters Wert auf Transparenz im Verfahren sowie die aktive Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner.

Die zuständigen Behörden wurden bereits vorab im Rahmen einer sogenannten Antragskonferenz informiert, jedoch ist ein förmlicher Antrag bislang nicht beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) eingegangen. Die Verwaltung betont, dass Angaben zur Größe der geplanten Anlage oder zu konkreten Umweltauswirkungen erst nach Eingang des Antrags und im Verlauf der fachlichen Prüfung veröffentlicht werden können. Technische und immissionsschutzrechtliche Fragen sind ebenfalls Teil des zukünftigen Genehmigungsverfahrens.

Zu Vorwürfen der mangelnden Transparenz sagte Oberbürgermeister Ihling, dass die Stadtverwaltung den Umgang mit sensiblen Informationen ernst nehme. Nach seinen Angaben sei bislang kein hinreichend gesicherter Planungsstand erreicht worden, um öffentlich belastbare Aussagen zu treffen. Die Verwaltung beabsichtigt jedoch, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren, sobald ein formeller Antrag vorliegt und geprüfte Ergebnisse vorliegen. Auch rechtlich notwendige Schritte zur Bürgerbeteiligung sollen eingehalten und transparent gestaltet werden.

Ein Informationsgespräch des Investors mit dem Ortsteilrat Neukirchen fand bereits am 21. November 2025 statt. Die Stadtverwaltung begrüßt die frühzeitige Einbindung lokaler Gremien und verweist auf die Herausforderungen der landwirtschaftlichen Entwicklung in der Region.

Die geplante Wiederaufnahme landwirtschaftlicher Nutzung auf dem Reitenberg wird als Chance zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung gesehen. Gleichzeitig werden Bedenken von Anwohnern zu Emissionen, Verkehrsbelastung, Tierwohl und Arbeitsplatzsicherung anerkannt und sollen im weiteren Genehmigungsprozess geprüft werden. Die Stadt kündigte an, das Verfahren aufmerksam zu begleiten und alle vorgeschriebenen Beteiligungs- und Prüfverfahren transparent umzusetzen.

Quelle: Pressemitteilung vom 24.11.2025
Veröffentlicht am von , Fachredakteur

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