Gerstungen legt Verwendung der Fusionsprämie nach Gebietsreform offen
Die Gemeinde Gerstungen hat detailliert offengelegt, wie die im Zuge der Gebietsreform 2018 ausgezahlte Neugliederungsprämie, im Volksmund als „Hochzeitsgeld“ bekannt, verwendet wurde. Die insgesamt 1,86 Millionen Euro, die Gerstungen vom Freistaat Thüringen für die Eingliederung der Gemeinden Marksuhl und Wolfsburg-Unkeroda erhielt, wurden zweckfrei ausgezahlt und kamen verschiedenen Haushaltsbereichen zugute.
Laut Angaben der Gemeindeverwaltung erfolgte die Zuteilung der Prämie auf Grundlage der Einwohnerzahl zum Stichtag 31. Dezember 2016 – pro Einwohner der beteiligten Kommunen wurden Gerstungen 200 Euro zugesprochen. So entfielen rechnerisch 556.800 Euro auf Marksuhl, 141.200 Euro auf Wolfsburg-Unkeroda und 1.163.000 Euro auf den Kernort Gerstungen.
Die Mittel, deren Verwendung nicht durch Vorgaben beschränkt war, flossen unter anderem in Beratungsleistungen, Software, Rechtsberatung sowie Ausgleichszahlungen für Defizite in den Bereich Wasser und Abwasser in Marksuhl und Wolfsburg-Unkeroda. Außerdem wurden Zuschüsse für die Verpflegungskosten in Kindertagesstätten sowie die Fortschreibung des Flächennutzungsplans finanziert. Größter Einzelposten war mit rund 1,18 Millionen Euro die Übernahme des verbleibenden Betrags in die allgemeine Rücklage der Gemeinde im Jahr 2022.
In den Jahren vor der Gebietsreform hatten Marksuhl und Wolfsburg-Unkeroda wiederholt Defizite im Bereich Wasser und Abwasser, da die Gebühren die tatsächlichen Kosten nicht deckten. Ein Teil der Prämie wurde daher zur Stabilisierung dieser Bereiche verwendet, wie die Verwaltung erläutert. Im Haushaltsjahr 2020 war ein letzter Ausgleich notwendig, bevor das verbleibende Fusionsgeld vollständig in die Rücklage überführt wurde.
Die Gemeinde betont, dass die Rücklage als finanzielle Reserve für notwendige und zukunftsorientierte Investitionen im gesamten Gemeindegebiet fungiert. Die Aufschlüsselung der Verwendung soll Transparenz über die Mittelverwendung schaffen, nachdem immer wieder Nachfragen seitens der Bevölkerung aufgekommen waren.
Quelle: Gemeinde Gerstungen vom 23.09.2025
Abbildung: Gemeinde Gerstungen
Veröffentlicht am 23.09.2025 17:22 von Christian Wolf, Redakteur
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