07.11.2025 👍1

Geschichte und Gedenken: Sühnekreuz und Denkmal in Neukirchen restauriert

Im Eisenacher Ortsteil Neukirchen sind zwei bedeutende Denkmäler wiederhergestellt worden: Das historische Sühnekreuz, auch bekannt als Schwedenkreuz, kehrte an seinen ursprünglichen Standort zurück. Zugleich wurde der Gedenkort für Premierleutnant Ernst von Linsingen saniert. Beide Projekte stehen für das Engagement der lokalen Gemeinschaft, historische Erinnerungsorte zu bewahren und zugänglich zu machen.

Das ursprüngliche Malteserkreuz aus Muschelkalk war 2015 gestohlen worden. Mithilfe örtlicher Initiativen und historischer Überlieferungen, darunter Aufzeichnungen von Ortschronisten sowie erhaltenen Bild- und Maßangaben, konnte das Steinkreuz nach alten Vorlagen von einer Fachfirma neu gefertigt werden. Am 7. November 2025 wurde das neu gesetzte Wahrzeichen bei einer Einweihungsfeier präsentiert, an der unter anderem Oberbürgermeister Christoph Ihling und Ortsteilbürgermeister Eckhard Pecher teilnahmen. Zusätzlich wurden eine Sitzbank und eine Informationstafel mit QR-Code am Areal aufgestellt.

Laut Oberbürgermeister Ihling sei das Projekt durch bürgerschaftliches Engagement, städtische Unterstützung, fachliche Kompetenz sowie privates und institutionelles Sponsoring ermöglicht worden. Die Sparkassenstiftung der Wartburg-Region steuerte 3000 Euro zu den Kosten bei; auch der Heimatverein beteiligte sich an der Finanzierung. Ihling würdigte den gemeinsamen Einsatz als wichtige Voraussetzung dafür, Tradition und Lokalgeschichte lebendig zu erhalten.

Der Überlieferung zufolge soll das Steinkreuz an fünf im Dreißigjährigen Krieg erschossene Bauern erinnern. Einen urkundlichen Beleg gibt es jedoch nicht. Ähnliche Steinkreuze, auch Sühnekreuze oder Mordsteine genannt, sind in Westthüringen verbreitet und dienen dem Gedenken an tragische Ereignisse der Vergangenheit.

Auch der Gedenkstein für Ernst von Linsingen erfuhr eine Sanierung. Der Premierleutnant des Königreichs Hannover war 1866 im Vorfeld der Schlacht bei Langensalza getötet worden. Der ursprüngliche, von seiner Mutter gestiftete Gedenkstein war im Laufe der Jahrzehnte beschädigt worden. Ein vollständiger Nachbau aus Gusseisen erwies sich als zu kostenintensiv, stattdessen wurde ein Eichenkreuz mit integriertem historischen Fragment angefertigt. Das Projekt wurde durch den städtischen Bauhof und eine lokale Holzfirma umgesetzt. Eine zusätzliche Informationstafel ergänzt den neugestalteten Ort. Recherchen zur Familiengeschichte von Ernst von Linsingen dauern an und könnten künftig weitere Details zur regionalen Historie liefern.

Quelle: Pressemitteilung vom 07.11.2025
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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