11.05.2026

„Goldener Löwe“ und Denkmalplatz: Umbau startet mit klaren Zeitplänen

Die Stadt Eisenach und die August-Bebel-Gesellschaft nutzen die Bundesförderung für nationale Projekte des Städtebaus, um die Gedenkstätte „Goldener Löwe“ in der Marienstraße 57 und den benachbarten Platz mit dem „Denkmal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ grundlegend zu erneuern. Am Tag der Städtebauförderung am 9. Mai stellten Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und des Vereins die geplanten Schritte vor – inklusive Zeitplan bis 2028.

In der Gedenkstätte „Goldener Löwe“ stehen vor allem Brandschutz, Barrierefreiheit und mehr Raum für Ausstellungen im Mittelpunkt. Geplant ist ein außenliegendes Treppenhaus, das den Brandschutz verbessert und zugleich Rücksicht auf das Stadtbild nimmt. „Es ist ein Kompromiss zwischen Funktionalität, Sicherheit und Stadtbild“, sagte Tina Rudolph, Vorsitzende der August-Bebel-Gesellschaft. Zusätzlich soll ein Hublift in das historische Gebäude integriert werden, um den Zugang barrierearm zu gestalten.

Um mehr Platz für Inhalte zu schaffen, ziehen die derzeit im Erdgeschoss untergebrachten Büroräume ins Dachgeschoss. Im frei werdenden Bereich sollen künftig Sonderausstellungen gezeigt werden. Parallel wird ein neues Ausstellungskonzept erarbeitet, das unter anderem ein Demokratielabor zur politischen Bildung vorsieht. Auch die sanitären Anlagen werden erneuert. Für die Bauarbeiten wird die Gedenkstätte im Laufe des Jahres 2027 schließen und voraussichtlich bis Mitte oder Ende 2028 nicht zugänglich sein.

Der „Goldene Löwe“ ist eng mit der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie verbunden: 1869 wurde hier die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) unter August Bebel und Wilhelm Liebknecht gegründet. Die aktuelle Dauerausstellung erinnert an diese Anfänge der Arbeiterbewegung, die mit der Neugestaltung künftig stärker mit Angeboten der politischen Bildung verknüpft werden soll.

Auch der Platz mit dem „Denkmal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ zwischen Marienstraße und Wartburgallee wird umfassend überarbeitet. Tanja Wohlfeld vom Stadtbauamt erläuterte beim Tag der Städtebauförderung, dass die stark sanierungsbedürftige Fläche künftig mehr Grün, Sitzgelegenheiten und ein verbessertes Mikroklima erhalten soll. Vorgesehen ist der Einsatz von Materialien, die Regenwasser speichern, das Wurzelwachstum der Bäume unterstützen und die Aufheizung des Platzes reduzieren. Neben dem bestehenden Baum, der erhalten bleibt, werden zwei weitere Bäume gepflanzt.

Die historischen Natursteinplatten der Platzoberfläche werden geprüft und sortiert. Platten, die noch verwendbar sind, sollen künftig den Bereich rund um das Denkmal einfassen. Das Denkmal selbst – ein quaderförmiger Kubus, der im Volksmund „Fleischklopfer“ genannt wird – wird restauriert, ebenso die dahinterliegende rundbogenförmige Mauer mit einem Zitat von Bertolt Brecht. Mit der Restaurierung von Kubus und Mauer soll die Neugestaltung des Platzes noch in diesem Jahr beginnen.

In einem nächsten Schritt ist geplant, die rundbogenförmige Mauer als Neubau entlang der Seite fortzuführen, an der das neue Apartment-Hotel entstanden ist. Diese Mauer dient als klare Grenze zwischen privatem und öffentlichem Bereich. Davor wird eine große Bank aufgestellt, die zusätzlichen Aufenthaltsraum bietet. Zugleich bleibt der Weg zwischen Marienstraße und Wartburgallee, der über den Platz führt, als öffentliche Verbindung erhalten.

Da die Kosten für die Restaurierung des Denkmal-Kubus höher ausfallen als ursprünglich kalkuliert, hat die Stadt weitere Mittel im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien beantragt. Die Sanierung der Platzfläche selbst ist nach aktueller Planung für das Jahr 2027 vorgesehen. Sie knüpft damit an die bereits laufende konzeptionelle Arbeit zur Umgestaltung des Areals an, die unter anderem durch ein gutachterliches Verfahren mit externen Planungsbüros vorbereitet wurde.

Mit der Kombination aus baulicher Sanierung, barrierearmen Zugängen, neuer Ausstellungskonzeption und einer klimaangepassten Platzgestaltung soll der Bereich rund um den „Goldenen Löwen“ als Erinnerungsort und Aufenthaltsort gleichermaßen gestärkt werden – mit einem klaren Fokus auf Demokratiegeschichte und politische Bildung.

Quelle: Pressemitteilung vom 11.05.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

Kommentare