Großes Interesse an geplantem Technologiegebiet bei Bürgerversammlung in Eisenach
Die Pläne zur Entwicklung eines „Blue Future Technologiegebiets“ nördlich von Stockhausen stießen am 28. Oktober 2025 auf großes Interesse bei einer Bürgerversammlung in Eisenach. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger informierten sich vor Ort über das Projekt, das als bedeutende wirtschaftliche Zukunftschance für die Region präsentiert wurde. Über die weitere Entwicklung des Areals wird der Stadtrat in Eisenach voraussichtlich Mitte November entscheiden.
Im Fokus der Versammlung stand das Vorhaben, ein 86 Hektar großes Gelände zwischen Stockhausen und Hötzelsroda als Industriegebiet auszuweisen. Insbesondere die Nähe zum örtlichen Umspannwerk macht das Areal, so die Angaben des Flächenentwicklers FAB aus Leipzig, für den Bau eines Rechenzentrums attraktiv. Bis zu 300 Megavoltampere Anschlussleistung sollen dort künftig zur Verfügung stehen, was eine Ansiedlung im Bereich der digitalisierten Wirtschaft ermöglichen würde.
Momentan handelt es sich bei dem Gelände größtenteils um landwirtschaftlich genutzte Flächen, verteilt auf 32 Flurstücke mit verschiedenen Eigentümern. Um eine Erschließung vorzubereiten, wären individuelle Kaufverhandlungen erforderlich. Die Wahl fiel auf das Areal nach einer Analyse möglicher Industrieflächen im Stadtgebiet durch den Wartburgkreis und das Unternehmen FAB, die dabei eine besonders hohe Eignung dieser Fläche festgestellt hatten.
Das geplante Rechenzentrum könnte laut FAB bis zu 150 Arbeitsplätze schaffen und zusätzliche Impulse für den regionalen Arbeitsmarkt geben. Wissenschaftliche Untersuchungen des Entwicklers sehen einen insgesamt belebenden Effekt, der indirekt weitere Arbeitsplätze nach sich ziehen könnte.
Kritische Nachfragen betrafen mögliche Belastungen der Umgebung, etwa durch Lärm oder Wasserverbrauch für die Kühlung. Die Verantwortlichen betonten, dass übliche Richtwerte eingehalten werden müssten und innovative Kühlmethoden in der Entwicklung seien. Zukünftige Lösungen könnten etwa Regenwasser oder Abwärme effizient nutzen.
Die Möglichkeit einer Enteignung von Grundstückseigentümern wurde in der Versammlung verneint. Stattdessen wird auf freiwillige Verhandlungen sowie städtebauliche Instrumente wie das Vorkaufsrecht und Bodenordnungsverfahren verwiesen. Bürgerinnen und Bürger haben nach Angaben der Verwaltung im weiteren Verfahren das Recht auf Beteiligung und Stellungnahmen.
Ob das Projekt umgesetzt wird, entscheidet der Eisenacher Stadtrat in der Sitzung am 12. November 2025. Erst im Fall eines positiven Beschlusses könnten ein Bebauungsplan aufgestellt und ein städtebaulicher Vertrag mit dem Flächenentwickler FAB geschlossen werden. Die abschließende Genehmigung bleibt weiteren Beratungen des Stadtrats vorbehalten. Im Falle einer erfolgreichen Vermarktung soll zudem eine Stiftung eingerichtet werden, die soziale Projekte in der Region fördert.
Quelle: Pressemitteilung vom 30.10.2025
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 30.10.2025 15:18 von Christian Wolf, Redakteur
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