09.05.2026 🚀1

Grundstein für Wartburgarena O1 gelegt: Startschuss für 56,8-Millionen-Projekt

Auf dem Gelände des ehemaligen Automobilwerks ist am Europatag, 9. Mai, der Grundstein für die Wartburgarena im Industriedenkmal O1 gelegt worden. Zur Feier kamen unter anderem Thüringens Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schütz, Bundesstaatssekretär Christian Hirte, die Europaabgeordnete Marion Walsmann sowie Oberbürgermeister Christoph Ihling. Mit der Zeremonie beginnt offiziell der Umbau des historischen Fabrikgebäudes zu einer modernen Sport- und Veranstaltungshalle mit 4000 Plätzen.

In seiner Rede spannte Christoph Ihling den Bogen von den Krisen und Neuanfängen des Automobilstandorts seit dem „Schwarzen Freitag“ 1929 über Demontage und Wiederaufbau nach 1945 bis zum Produktionsende des Wartburg am 10. April 1991. Die neue Halle stehe für diese Zuversicht und für den Anspruch, die Industriegeschichte an diesem Ort weiterzuschreiben. Zugleich erinnerte er daran, dass bis zur Grundsteinlegung zahlreiche Hürden zu überwinden waren.

Bundesstaatssekretär Christian Hirte stellte den Automobilbau als wesentlichen Eckpfeiler der Eisenacher Industriegeschichte heraus und sagte die weitere Unterstützung des Bundes für das Großprojekt zu. Marion Walsmann betonte, dass die Wartburgarena mit EU-Förderung realisiert wird und damit zeige, dass europäische Investitionen ganz konkret vor Ort ankommen. Aus ihrer Sicht wird die Halle Eisenach weit über Thüringen hinaus sichtbar machen.

Vizelandrat Udo Schilling kündigte an, dass der Wartburgkreis die Arena intensiv für den Schulsport nutzen wird. Der Kreis ist auch finanziell beteiligt und versteht sich als Partner des Projekts. Schilling verwies darauf, dass die Halle trotz Kritik nun umgesetzt werde und dankte allen Beteiligten, die das Vorhaben vorangebracht haben.

ThSV-Präsident Shpetim Alaj erinnerte daran, dass seit rund 15 Jahren um eine neue Spielstätte gerungen wird. Die Wartburgarena sei nicht nur für den Erstligahandball wichtig, sondern für den gesamten Sport in der Stadt. Wenn Eltern und Großeltern bei Spielen des Nachwuchses mitfiebern, stärke das die Gemeinschaft, so Alaj – Begegnungen dieser Art seien für das gesellschaftliche Miteinander von großer Bedeutung.

Im Mittelpunkt der Feier stand auch die Übergabe der EFRE-Fördermittel: Thüringens Minister Steffen Schütz überreichte den Bescheid über 6,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Er sprach von einem emotionalen Moment für viele Eisenacher Familien, die über Generationen mit dem Werk verbunden waren, und verwies auf den sichtbaren Verfall des O1 in den vergangenen Jahren. Mit dem Umbau werde diese „Wunde“ nun geschlossen.

Zum symbolischen Start der Bauphase wurde eine Zeitkapsel gefüllt. Shpetim Alaj legte einen Handball mit den Unterschriften der aktuellen Erstligamannschaft und einen blau-weißen Fanschal hinein, die Baufirma steuerte einen Helm mit den Signaturen der beteiligten Bauleute sowie einen Zollstock bei. Der Architekt ergänzte Baupläne, hinzu kamen eine aktuelle Tageszeitung, eine Luther-Münze, Prospekte des Museums „automobile welt eisenach“ und ein Foto des Projektteams O1. Unter musikalischer Begleitung von Elias Fischer versenkten Oberbürgermeister Ihling und Polier Maik Ziegler die Kapsel im Fundament an der Westfassade.

Das Investitionsvolumen für die neue Multifunktionshalle liegt bei 56,8 Millionen Euro. Die Finanzierung stützt sich auf mehrere Zuwendungsgeber von der Europäischen Union über den Bund bis zum Freistaat Thüringen, ein Großteil der Bescheide liegt bereits vor. Für die noch ausstehenden Förderungen wurde ein förderunschädlicher Vorhabensbeginn erteilt, sodass vorbereitende Arbeiten bereits im Februar starten konnten.

Auf dem Gelände ist die Klinker- und Glasfassade des O1 inzwischen abgetragen, die Stahlskelettkonstruktion der in den 1930er-Jahren errichteten BMW-Produktionshalle liegt frei. Erhalten bleibt die Westfassade in Richtung Heinrich-Ehrhardt-Platz, die restauriert und vom restlichen Gebäudeteil abgetrennt wird. Anstelle des abgebrochenen Hauptvolumens entsteht der Neubau der Wartburgarena, der sowohl den Anforderungen der Handball-Bundesliga als auch denen von Schul- und Breitensport sowie verschiedensten Veranstaltungen genügen soll.

Die großen Abbrucharbeiten sind ausgeschrieben und sollen im Spätsommer beginnen. Der Hallenneubau ist für 2027 vorgesehen, der Innenausbau für 2028. Nach der Fertigstellung entsteht zusammen mit dem Museum „automobile welt eisenach“ (O2) mit der großen Presse im Außenbereich, der ehemaligen Ostkantine (O5) und dem früheren Haupttor ein geschlossenes Denkmalensemble zur Eisenacher Automobilbaugeschichte.

Für Sportfans, Schulen und Veranstalter in der Region bedeutet die Grundsteinlegung, dass der Zeitplan für die neue Arena nun konkret wird. Bis Ende der Dekade soll am Heinrich-Ehrhardt-Platz eine Halle stehen, die Profihandball, Schulsport und Großveranstaltungen unter einem Dach bündelt und den traditionsreichen Standort in eine neue Nutzungsphase führt.

Quelle: Pressemitteilung vom 09.05.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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