17.06.2025

Handball-Hochspannung und neue Helden: ThSV Eisenach sichert sich vorzeitig den Klassenerhalt

Mit Teamgeist, Fan-Unterstützung und einer effizienten Angriffsleistung hat der ThSV Eisenach in der Saison 2024/2025 den frühzeitigen Klassenerhalt errungen. Ein achtbarer elfter Tabellenplatz, Spieler mit kometenhaftem Aufstieg und eine stimmungsvolle Heimkulisse prägen die erfolgreiche Spielzeit, wie eine erste Saisonbilanz und Aussagen von Verantwortlichen zeigen.

Bereits acht Spieltage vor dem Ende der Handball-Bundesligasaison 2024/2025 stand der Klassenerhalt für die Wartburgstädter fest. Mit 27 Pluszählern und einem Torverhältnis von 1047:1050 erreichte das Team in der 18er Liga den elften Platz. Trainer Misha Kaufmann begründete dies mit einer konstanten Leistungsbereitschaft und hob die emotionale Komponente im Spielgeschehen hervor. Er äußerte, Emotionen seien wie Benzin für ein Auto und verwies auf Demut, Kampfeswillen und Zielstrebigkeit als zentrale Erfolgsfaktoren. Gleichzeitig betonte Kaufmann, dass sein Team mehr als nur ein Stück Geschichte geschrieben habe, indem es die Menschen inspiriert habe, an das scheinbar Unmögliche zu glauben.

Die Eisenacher vermieden längere Schwächephasen und sammelten kontinuierlich Punkte. Besonders hervor stachen nach Angaben des Vereins der deutliche 32:21-Heimsieg gegen die MT Melsungen sowie der 36:32-Erfolg bei den Rhein-Neckar Löwen. Auch in engen Auswärtspartien gegen Spitzenteams wie Magdeburg, Melsungen und Kiel hielt der ThSV lange mit, unterlag aber jeweils nur knapp.

Auf personeller Ebene sorgte die Situation um Manuel Zehnder für Aufsehen. Der Toptorjäger der Vorsaison, ausgeliehen vom HC Erlangen, hatte einen Verbleib in Eisenach angestrebt und kündigte seinen Vertrag in Erlangen. Nach einem gerichtlichen Streit wechselte Zehnder schließlich gegen eine hohe Ablösesumme zum SC Magdeburg. Beim ThSV konnte unterdessen Marko Grgic die Lücke in der Offensive schließen und avancierte sowohl zum Torschützenkönig der Bundesliga als auch zum Nachwuchsspieler der Saison. Experten zufolge profitierte Grgic insbesondere davon, dass er nach Zehnders Weggang mehr Verantwortung übernehmen konnte und als zweiter Bundesligaspieler überhaupt die 300-Tore-Marke in einer Saison übertraf.

Im Fokus stand auch die Werner-Aßmann-Halle, die aus Sicherheitsgründen nur 2.800 Zuschauern Platz bot. Die Heimspiele waren meist ausverkauft, und die Verantwortlichen verwiesen auf ein besonderes Fluidum, das Gäste-Teams immer wieder vor Herausforderungen stellte. Besonders die Nähe der Fans und deren lautstarke Unterstützung hätten maßgeblich zum sportlichen Erfolg beigetragen, hieß es in Rückblicken von Spielern und Offiziellen.

Trotz einer kreativen, offensiv ausgerichteten Abwehrstrategie mussten die Eisenacher laut Vereinsangaben nach der Saison jedoch mehr Gegentore hinnehmen als einige Abstiegskandidaten. Für Stabilität sorgte das Angriffsspiel, das sich durch effiziente Abschlüsse auszeichnete. Das Zusammenspiel im Rückraum, zu dem unter anderem auch Simone Mengon und Filip Vistorop beitrugen, wurde als Schlüssel zum Erfolg benannt. Trainer Misha Kaufmann lobte insbesondere Kroate Vistorop als entscheidendes Puzzleteil für das Angriffsspiel.

Auf der Torhüterposition teilten sich Silvio Heinevetter und Matija Spikic die Verantwortung. Nach Aussage von Vereinsmanager Maik Nowak konnte der erfahrene Heinevetter seinem Kollegen Spikic die nötige Sicherheit geben, um sich weiterzuentwickeln. Spikics Leistungen wurden mit einer Nominierung für die Nationalmannschaft Südkroatiens honoriert.

Im Interview mit Geschäftsführer Rene Witte wurde deutlich, dass neben dem sportlichen Erfolg auch die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich war. Witte hob hervor, dass der Verein zum zweiten Mal in Folge die Lizenz ohne Auflagen erhalten habe. Den Herausforderungen gestiegener Kosten habe man sich dank verlässlicher Sponsoren stellen können.

Ein Thema blieb jedoch ungelöst: Die Zuschauernachfrage übersteigt weiterhin die Kapazität der Halle deutlich. Nach eigenen Angaben des Clubs gingen pro Spiel bis zu 2.000 weitere Ticketanfragen ein. Der Verein arbeite gemeinsam mit den zuständigen Behörden und der Stadt an einem neuen Hallenprojekt, dessen Baustart im ehemaligen Automobilwerk unmittelbar bevorstehe.

Störungen und Turbulenzen innerhalb des Clubs räumte Witte zwar ein, verzichtete jedoch auf Details, betonte aber, man habe daraus gelernt, um künftigen Herausforderungen besser begegnen zu können.

Die Saison 2024/2025 des ThSV Eisenach bildet somit nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch und organisatorisch einen bedeutsamen Meilenstein in der jüngeren Vereinsgeschichte.

Quelle: Pressemitteilung vom 16.6.2025
Veröffentlicht am von , Redakteur

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