„Herrschaftszeiten“: Bachwochen 2026 widmen sich Bachs Leben zwischen Musik und Hofstaat
Die Thüringer Bachwochen 2026 setzen vom 27. März bis 19. April ihren thematischen Schwerpunkt auf das Verhältnis zwischen Johann Sebastian Bach und den politischen Eliten seiner Zeit. Im Rahmen des Mottos „Herrschaftszeiten – Bach und die da oben!“ ist ein Programm mit rund 50 Konzerten im gesamten Freistaat Thüringen geplant, das musikalische Entwicklungen von der Barockzeit bis zur Moderne beleuchten soll.
Die Festivalveranstalter rücken besonders die Verbindung zwischen Musik und Politik in den Fokus. Bach und seine Zeitgenossen standen im Spannungsfeld von Förderung und Abhängigkeit durch Fürsten und Könige, was sich auch in ihren Werken widerspiegelte. Die Eröffnung am 28. März 2026 in der Georgenkirche Eisenach wird von den Ensembles Vox Luminis und Freiburger Barockorchester gestaltet und bietet geistliche Musik, die für gekrönte Häupter komponiert wurde. Für das Abschlusskonzert am 19. April im Erfurter Dom St. Marien ist ein Auftritt des britischen Chores Tenebrae unter Leitung von Nigel Short vorgesehen.
Das Festival erstreckt sich über Thüringen und plant Auftritte international bekannter Künstlerinnen und Künstler wie dem RIAS Kammerchor, der Akademie für Alte Musik Berlin sowie der Pianistin Angela Hewitt. Ein besonderer Fokus liegt auf Kooperationen mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten: Musikalische Veranstaltungen sollen auch in Residenzschlössern wie Altenburg, Gotha, Meiningen, Weimar und Sondershausen stattfinden. In diesem Zusammenhang werden Werke von Komponistinnen des 17. und 18. Jahrhunderts durch das Ensemble Interchange vorgestellt und die barocke Musikwelt einer neuen Betrachtung unterzogen.
Aktuelle Schwerpunkte des Festivals sind die Stärkung regionaler Kulturangebote und neue Zugangswege für ein breites Publikum. So sollen Bus- und Ticketpakete zu ausgewählten Konzertorten die Erreichbarkeit verbessern und Veranstaltungen im ländlichen Raum ermöglichen. Als fester Bestandteil bleibt die Zusammenarbeit mit lokalen Orchestern und Chören sowie die „Lange Nacht der Hausmusik“. Außerdem wird das Weimarer Glenn Gould Bach Fellowship fortgeführt, das innovative Projekte mit moderner Technologie fördert.
Neben klassischen Aufführungen setzen die Thüringer Bachwochen auf zeitgenössische und experimentelle Formate. Die Konzertreihe BACH>>FORWARD bietet Raum für junge Interpretationen, etwa mit Programmen, die Bach mit keltischer Folklore oder asiatischer Musik verbinden. Innovative Projekte wie das „Soundwerk“ greifen zudem lokale Industriegeschichte akustisch auf. Für die Saison 2026 rechnen die Veranstalter mit rund 17.000 Gästen und einem Festivalbudget von etwa 820.000 Euro. Der Vorverkauf startet am 20. November 2026; zahlreiche Konzerte werden im Modell „Pay what you can!“ angeboten, um die Teilnahme unabhängig von der finanziellen Situation zu ermöglichen.
Quelle: Pressemitteilung vom 21.11.2025
Veröffentlicht am 21.11.2025 12:51 von Marcus Schütz, Fachredakteur
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