09.06.2025

Herzschlagfinale in Kiel: Eisenach fordert Rekordmeister THW bis zur letzten Sekunde

Im letzten Saisonspiel der DAIKIN Handball-Bundesliga bot der ThSV Eisenach dem Rekordmeister THW Kiel in dessen eigener Halle eindrucksvoll Paroli. Die Partie am 9. Juni 2025 entwickelte sich vor ausverkaufter Kulisse in der Kieler Wunderino-Arena zu einem packenden Duell, das mit einem knappen 36:35 (20:15) zugunsten der Gastgeber endete. Herausragende Einzelleistungen, emotionale Abschiede sowie ein dramatischer Spielverlauf prägten diesen Saisonabschluss.

Beide Mannschaften gingen ohne tabellarischen Druck in die Begegnung. Der THW Kiel hatte den vierten Platz bereits sicher, während sich Eisenach acht Spieltage vor Saisonende den Klassenerhalt gesichert hatte und auf Rang 11 abschloss. Dennoch entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch, in dessen Verlauf der ThSV Eisenach zeitweise sogar die Führung übernahm.

Der gelungene Saisonabschluss wurde von mehreren Höhepunkten begleitet. Marko Grgic vom ThSV Eisenach erzielte insgesamt neun Treffer, durchbrach damit die Marke von 300 Saisontoren und wurde als Torschützenkönig der Bundesliga ausgezeichnet. Die Ehrung, für die auch THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi ein Präsent überreichte, bezeichnete Grgic laut eigener Aussage als überwältigend und mit einem Augenzwinkern auch als kurios – schließlich werde er ab 2026 für den direkten THW-Rivalen SG Flensburg-Handewitt auflaufen.

Emotional war auch der Abschied von THW-Legende Patrick Wiencek, der sein letztes Bundesliga-Pflichtspiel bestritt und mit seinem 1000. Bundesligator einen besonderen Meilenstein erreichte. Nach Ansicht der Verantwortlichen war dies ein bewegender Moment für Spieler, Trainer und Zuschauer. Eisenachs Kapitän Peter Walz überreichte Wiencek zudem ein persönliches Geschenk, das vom Publikum mit großem Applaus bedacht wurde.

Das Spiel begann mit einem dominanten Start des THW Kiel, der durch eine stabile Abwehr und den stark aufgelegten Torwart Tomas Mrkva zur Pause einen Fünf-Tore-Vorsprung (20:15) herausarbeitete. Eisenach stemmte sich im zweiten Durchgang mit viel Einsatzbereitschaft dagegen, glich einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand aus und ging in der 41. Minute erstmals selbst in Führung. Besonderen Anteil daran hatte Torhüter Silvio Heinevetter, der insgesamt elf Paraden für sein Team verzeichnete.

Die Zuschauer erlebten ein echtes Herzschlagfinale. Erst in der Schlussphase gelang es dem THW Kiel, durch wichtige Treffer von Emil Madsen und Patrick Wiencek sowie Paraden von Ersatzkeeper Andreas Wolff, die Partie für sich zu entscheiden. Für Eisenach war es nach den knappen Ein-Tore-Niederlagen zuvor gegen Magdeburg und Melsungen erneut ein Spiel auf Augenhöhe gegen ein Spitzenteam, das am Ende hauchdünn verloren ging.

Zudem standen weitere Abschiede im Fokus: Schiedsrichter Jörg Loppaschewski pfiff nach 38 Jahren und 920 Bundesliga-Spielen sein letztes Spiel. Auch auf Seiten des THW Kiel war es für einige Spieler der vorerst letzte Auftritt im eigenen Trikot.

ThSV-Trainer Misha Kaufmann lobte nach Abpfiff den kämpferischen Geist seines Teams und zeigte sich stolz auf die gezeigte Leistung, die den Charakter der Mannschaft unterstrichen habe. Für die Eisenacher Handballer steht als letzte Aktivität der Saison noch ein Freundschaftsspiel am 12. Juni 2025 im Rahmen des 1250-jährigen Jubiläums von Bad Salzungen an, ehe es in die Sommerpause geht.

Die Partie in Kiel bot damit nicht nur sportliche Highlights, sondern auch emotional wichtige Momente, die den Wert von Fairness, Teamgeist und gegenseitigem Respekt im Handball betonten.

Quelle: Pressemitteilung vom 9.6.2025
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