Historische Ansichten aus Eisenach-Nord bereichern Stadtarchiv
Das Stadtarchiv Eisenach hat eine umfangreiche fotografische Dokumentation zur Entwicklung des Wohngebiets Eisenach-Nord erhalten. Heidemarie Anger, eine der ersten Bewohnerinnen des Stadtteils, übergab eine Sammlung von 104 Dias, die den Baufortschritt zwischen 1979 und 1980 festhalten. Die Aufnahmen entstanden aus ihrer Wohnung in der Straße Am Gebräun und zeigen das Entstehen des Neubaugebiets aus der Perspektive der fünften Etage.
Das Viertel Eisenach-Nord gilt als das größte und jüngste Neubaugebiet der Stadt und entstand ab 1977 auf Flächen, die zuvor als Kleingärten und Felder dienten. Mit dem ersten Spatenstich durch das Wohnungsbaukombinat Erfurt im Jahr 1978 begann die zügige Errichtung von Wohnhäusern; bereits im Spätsommer desselben Jahres konnten erste Wohnungen bezogen werden. Bis zum Abschluss des Bauprojekts im Jahr 1988 entstanden insgesamt 3832 neue Wohnungen im nördlichen Eisenach.
Im Zuge der Entwicklung des Gebiets wurden nicht nur Wohnanlagen gebaut, sondern auch umfangreiche Infrastruktureinrichtungen geschaffen. Dazu gehörten Kindertagesstätten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten sowie verschiedene Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe, die den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner prägten.
Die von Heidemarie Anger gestiftete Dia-Sammlung ist inzwischen digitalisiert und in die Datenbank des Stadtarchivs aufgenommen worden. Damit steht sie nun sowohl der Öffentlichkeit als auch der akademischen Forschung zur Verfügung. Anne Groke, Teamleiterin im Archiv, betont die Bedeutung solcher privaten Beiträge: „Ihre Aufnahmen sind ein wertvolles Zeitzeugnis.“
Das Stadtarchiv Eisenach erinnert daran, dass bereits viele Bürgerinnen und Bürger historische Fotografien zur Verfügung gestellt haben. Die Leitung dankte ausdrücklich für diese Unterstützung, die nach eigenen Angaben einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Stadtgeschichte leistet. Das Archiv lädt weiterhin dazu ein, Geschichten und Fotos einzureichen, um die Vielfalt der Geschichte Eisenachs für kommende Generationen festzuhalten.
Quelle: Pressemitteilung vom 03.09.2025
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 03.09.2025 12:12 von Christian Wolf, Redakteur
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