21.05.2025 👍1

Historische Perspektiven und neue Impulse: Hochkarätige Veranstaltungen erinnern in Eisenach an den Bauernkrieg

In der Eisenacher Predigerkirche richtet sich im Juni 2025 der Fokus auf das Gedenken an den Bauernkrieg. Das Thüringer Museum bietet, unterstützt von namhaften Fachleuten, thematische Veranstaltungen, die sowohl an das 500-jährige Jubiläum des Kriegsendes erinnern als auch Raum für den Diskurs über religiöse Bedeutungen und Kunstgeschichte schaffen.

Die Predigerkirche – ein zentrales Ausstellungsgebäude des Thüringer Museums Eisenach – blickt selbst auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Sie wurde einst als Kirche der Dominikanermönche errichtet und hat seit der Säkularisierung verschiedene Nutzungen erfahren, darunter die eines Kornspeichers und einer Armenspeisung. Seit 1905 dient sie musealen Zwecken und beherbergt heute eine herausragende Sammlung mittelalterlicher sakraler Kunst, darunter den größten Bestand an Schnitzplastik Thüringens.

Im Rahmen des Gedenkjahrs findet am 5. Juni 2025 ein Vortrag des renommierten Reformationshistorikers Prof. Dr. Thomas Kaufmann statt. Der Wissenschaftler von der Universität Göttingen, der für seine Forschungsarbeiten vielfach ausgezeichnet wurde, widmet sich in seinem Vortrag dem Thema „Der Bauernkrieg. Ein Medienereignis“. Laut Angaben des Museums möchte Kaufmann in seiner Analyse neue Perspektiven auf eines der prägenden Ereignisse des Mittelalters eröffnen und dessen Darstellung in zeitgenössischen Medien beleuchten.

Eine weitere Veranstaltung am 6. Juni 2025 rückt die Bedeutung von Bildern in den christlichen Konfessionen in den Mittelpunkt. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Dr. Juliane Stückrad, die als Expertin für Ethnologie und Kunstgeschichte ausgewiesen ist. An der Diskussion beteiligen sich mit Superintendent Ralf-Peter Fuchs (evangelisch), Cordula Lindörfer als Pastorin der Startup Kirche und Dr. Christian Bock, Pfarrer der katholischen Elisabeth-Kirche, Vertreter verschiedener Strömungen des Christentums. Es heißt, die Runde wolle den Einfluss bildlicher Darstellungen und deren Wahrnehmung innerhalb der Kirchen beleuchten.

Besonders hervorgehoben wird im Rahmen der Veranstaltungen die Skulptur der Heiligen Margarete aus dem Jahr um 1500, die in der Predigerkirche ausgestellt ist. Sie gilt als Schutzpatronin der Bauern; ihr Gedenktag am 20. Juli markierte traditionell den Beginn der Erntezeit und hat nach Museumsaussagen bis heute in katholischen Regionen eine wichtige Rolle.

Historisch betrachtet habe der Bauernkrieg in Eisenach selbst kaum Spuren hinterlassen, so das Museum. Ein schlichtes Kreuz im Straßenpflaster nahe der Georgenkirche erinnere jedoch an die Hinrichtung der Anführer des Werrahaufens am 11. Mai 1525 – ein Verweis auf das Ende der Bewegung in Südwestthüringen sowie auf das große historische Erbe der Stadt.

Die Veranstaltungen sind Teil eines umfassenden Engagements für die Bewahrung und Vermittlung von Geschichte und Kunst in der Predigerkirche, welche nach ihrer jüngsten Neugestaltung mit einer Vielzahl restaurierter Exponate und verbesserter Ausstellungsbedingungen wiedereröffnet wurde. Die Einrichtung profilierte sich zudem durch innovative kabinettartige Wechselausstellungen sowie die Integration zeitgenössischer Kunst, die Bezug zu historischen Themen nimmt und den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart fördert.

Für beide Veranstaltungen wird der übliche Museumseintritt erhoben. Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten wird zu einer vorherigen Anmeldung während der Öffnungszeiten der Predigerkirche unter der angegebenen Rufnummer geraten.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.5.2025
Foto: Die Heilige Magarete um 1500 ist in der Predigerkirche ausgestellt. Sie ist eine Schutzpatronin der Bauern. Ihr Gedenktag, der 20. Juli, war die Zeit, in der die Bauern mit ihrer Ernte begannen. Schutzheilige sind in katholischen Gebieten auch heute noch von Bedeutung.
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