Illegaler Wolfsabschuss in Thüringen löst Forderungen nach besserem Umweltschutz aus
Nach einem erneuten illegalen Abschuss eines Wolfs in Thüringen wächst der Druck auf Politik und Behörden, entschiedener gegen Umweltstraftaten vorzugehen. Der Naturschutzbund (NABU) Thüringen reagierte am 4. September 2025 mit großer Besorgnis auf das Offenbarwerden des Falls und betonte die Dringlichkeit politischer Maßnahmen zum Schutz von Beutegreifern im Freistaat.
Seit der Rückkehr von Wolf und Luchs nach Thüringen wurden laut NABU bereits zwei Luchse und zwei Wölfe illegal getötet. Der Verband sieht neben den Tätern auch die politische Diskussion und eine gesteigerte Feindseligkeit gegenüber Wölfen und Luchsen als Ursachen für wiederholte Vorfälle. Die Debatte werde teils von unsachlicher Stimmungsmache gegen die Tiere und deren Befürworter bestimmt, so der NABU.
NABU-Landesvertreter Silvester Tamás forderte Umweltminister Tilo Kummer auf, eine klare Position für den Schutz von Wölfen und Weidetieren zu beziehen und sich gegen Forderungen nach einer allgemeinen Jagd auf Wölfe auszusprechen. Eine Bejagung löse, so Tamás, die konkreten Probleme von Weidetierhaltern nicht und könne sogar negative Auswirkungen auf den Herdenschutz haben.
Berichte des Kompetenzzentrums Wolf/Biber/Luchs des Thüringer Umweltministeriums zeigen, dass nahezu alle bekannt gewordenen Risse an Schafen und Ziegen im Jahr 2025 in Bereichen ohne fachgerechten Herdenschutz auftraten. Der NABU fordert daher verstärkte Beratungs- und Unterstützungsangebote für Weidetierhalter, unter anderem durch ein geplantes Herdenschutzzentrum.
Darüber hinaus erneuerte der Verband seine Forderung nach einer spezialisierten Stabsstelle zur Bekämpfung von Umweltkriminalität. Die Aufklärung illegaler Tötungen von Wildtieren verlaufe bisher oft erfolglos, da Ermittlungen mangels Ausstattung und Fachkompetenz zu schnell eingestellt würden. Positivbeispiele aus Spanien und Italien zeigen dem NABU zufolge, dass Spezialisierung zu höheren Aufklärungsraten führen kann.
Quelle: Pressemitteilung vom 04.09.2025
Foto: NABU
Veröffentlicht am 05.09.2025 05:17 von Christian Wolf, Redakteur
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