Interkulturelle Woche: Bad Liebenstein setzt auf Begegnung und Gespräche
Mit drei sehr unterschiedlichen Formaten hat sich Bad Liebenstein in diesem Jahr an der Interkulturellen Woche des Wartburgkreises beteiligt. Zwischen dem 27. September und 1. Oktober standen Kabarett, ein kulinarischer Nachmittag in der Stadt- und Kurbibliothek sowie ein gemeinsames Picknick auf dem Programm. Im Mittelpunkt aller Angebote stand die Frage, wie Menschen mit verschiedenen Biografien und Herkunftsgeschichten vor Ort miteinander ins Gespräch kommen.
Den Auftakt machte am Sonntag der Cartoon-Kabarettist Muhsin Omurca mit seinem Programm „Der Schein türkt“ in der Wandelhalle. Rund 70 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit. Omurca stellte das Zusammenleben verschiedener Kulturen in den Mittelpunkt, griff Missverständnisse und Vorurteile auf und spiegelte sie sowohl der Mehrheitsgesellschaft als auch Menschen mit eigener Migrationserfahrung zurück. Seine Cartoons und Pointen sorgten für viel Gelächter, gleichzeitig blieb Raum für nachdenkliche Momente.
Am Dienstag folgte unter dem Titel „Ein Nachmittag um die Welt“ eine Reise in die Stadt- und Kurbibliothek – ohne Koffer, aber mit vielen Eindrücken. Menschen aus Mexiko, Marokko, den Philippinen und Tunesien stellten ihre Heimatländer vor, erzählten von Traditionen und Alltagsleben und hatten selbst zubereitete Speisen dabei. Zwischen Büchern und Buffet entstanden Gespräche über Familiengeschichten, Feiertage und persönliche Erfahrungen. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, nachzufragen, neue Gerichte zu probieren und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu sprechen.
Den Abschluss der Aktionswoche bildete am Donnerstag ein interkulturelles Picknick, das ursprünglich im Rosengarten geplant war. Wegen angekündigten Regens wurde es kurzfristig in die Wandelhalle verlegt. Dort brachten Teilnehmende aus unterschiedlichen Ländern Essen und Musik mit, es wurde gesungen und getanzt. Auf den Tischen standen Speisen aus verschiedenen Regionen, im Raum waren mehrere Sprachen zu hören. Aus dem geplanten Treffen im Freien wurde so ein gemeinsamer Nachmittag unter einem Dach, bei dem Essen, Musik und Gespräche im Mittelpunkt standen.
Die Stadtverwaltung zieht nach den drei Terminen ein klares Fazit: Vielfalt zeigt sich vor Ort nicht nur in Statistiken, sondern im direkten Miteinander. Ob beim Kabarettabend, beim gemeinsamen Essen oder beim Picknick – überall ging es darum, Berührungsängste abzubauen und neue Kontakte zu ermöglichen.
Mit dem Ende der Interkulturellen Woche ist das Thema in Bad Liebenstein nicht abgeschlossen. Das Begegnungscafé lädt weiterhin an jedem ersten Dienstag im Monat Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zum offenen Treffen ein. Dort können neue Bekanntschaften entstehen, Deutsch geübt und Fragen aus dem Alltag angesprochen werden – vom Umgang mit Formularen bis hin zu Freizeitangeboten in der Region.
Wer sich für weitere Integrationsangebote in Bad Liebenstein interessiert oder eigene Ideen einbringen möchte, kann sich an die Integrationsbeauftragte der Stadt wenden. Ansprechpartnerin ist Sofia Lagidze im Büro der Bürgermeisterin, erreichbar per E-Mail unter lagidze@bad-liebenstein.de oder telefonisch über die Stadtverwaltung.
Hintergrund: Die Interkulturelle Woche wird im Wartburgkreis seit mehreren Jahren mit einem breiten Programm an verschiedenen Orten gestaltet. Neben Kulturveranstaltungen gehören dazu auch Bildungsangebote, Begegnungsformate und Aktionen von Vereinen, Initiativen und Kommunen.
Quelle: Pressemitteilung vom 02.10.2026
Fotos: Rathaus Bad Liebenstein
Veröffentlicht am 02.10.2026 20:05 von Christian Wolf, Redakteur


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