IU-Studie: Mehrheit sieht 48-Stunden-Woche kritisch – 4-Tage-Modell gewinnt an Zuspruch
Eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule zeigt, dass rund drei Viertel der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden als negativ für ihr Leben bewerten. Die Untersuchung, die im November 2025 unter 2.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren durchgeführt wurde, beleuchtet die Einstellung zu verschiedenen Arbeitszeitmodellen vor dem Hintergrund der politischen Debatte um längere Arbeitszeiten.
Laut den Ergebnissen erwarten 73,5 Prozent der Teilnehmenden durch eine 48-Stunden-Woche vor allem weniger Zeit für Familie und Freundeskreis, eine Minderung der Lebensqualität sowie gesundheitliche Belastungen. Weitere genannte Nachteile sind zu wenig Zeit für Hobbys und Care-Arbeit. Nur ein kleiner Teil sieht Vorteile, etwa die Möglichkeit, auf einen erhöhten Arbeitsanfall zu reagieren oder flexibler zu arbeiten.
Auch die Auswirkungen auf die Arbeitsqualität werden kritisch gesehen: 42,9 Prozent befürchten mehr Fehler durch nachlassende Konzentration, ein Drittel rechnet mit sinkender Produktivität. 84,8 Prozent stimmen zu, dass längere Arbeitstage die Fehlerquote erhöhen könnten.
Beim Blick auf bevorzugte Arbeitszeitmodelle bleibt die klassische Vollzeit mit 35 bis 40 Stunden pro Woche am beliebtesten (44,7 Prozent). Die 4-Tage-Woche mit 32 Stunden bei vollem Gehalt gewinnt jedoch an Bedeutung und wird von 33,9 Prozent als passend für die eigene Lebenssituation eingeschätzt. Knapp ein Fünftel bevorzugt Teilzeitmodelle.
Die 4-Tage-Woche wird überwiegend positiv bewertet: 83,2 Prozent der Befragten erwarten davon positive Effekte, wie mehr Zeit für Familie, Hobbys und Erholung. Rund 38 Prozent gehen zudem von einer höheren Produktivität an den Arbeitstagen aus. Allerdings geben 8,5 Prozent an, dass dieses Modell in ihrem Beruf derzeit nicht umsetzbar ist.
Die Diskussion um flexible Arbeitszeitmodelle ist auch in Eisenach und dem Wartburgkreis aktuell, da viele Unternehmen mit dem Fachkräftemangel und dem Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben konfrontiert sind. Initiativen wie der Pendler- und Rückkehrertag zeigen, dass die Region gezielt auf attraktive Arbeitsbedingungen setzt, um Fachkräfte zu binden und zurückzugewinnen.
Quelle: Pressemitteilung vom 05.02.2026
Veröffentlicht am 05.02.2026 18:45 von Christian Wolf, Redakteur
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