18.11.2024 👍2

Kanalisation in Thüringen: Beeindruckende Zahlen zum Welttoilettentag

Das Thüringer Landesamt für Statistik hat anlässlich des Welttoilettentags am 19. November beeindruckende Zahlen zur Abwasserinfrastruktur des Freistaats veröffentlicht. Eine Strecke von über 17.000 Kilometern Kanalisation wurde 2022 von den Kommunen betrieben, was in etwa der Entfernung von Deutschland nach Neuseeland entspricht.

Das Thüringer Landesamt für Statistik erklärte, dass der Anschlussgrad der Haushalte an die öffentliche Kanalisation im Jahr 2022 bei 86,9 Prozent lag. Dies bedeutet, dass je Einwohnerin und Einwohner rund 8,2 Meter Kanalisation zur Verfügung stehen. Zudem wurden rund 163 Millionen Kubikmeter Abwasser in kommunalen Kläranlagen behandelt.

Die behandelte Abwassermenge setzt sich zusammen aus etwa 103 Millionen Kubikmetern häuslichem und gewerblichem Abwasser, rund 26 Millionen Kubikmetern von versiegelten Flächen eingeleitetem Niederschlagswasser und gut 34 Millionen Kubikmetern Fremdwasser. Letzteres stammt beispielsweise aus eindringendem Grundwasser durch undichte Kanäle. Kommunale Kläranlagen tragen somit entscheidend zur Verbesserung der Wasserqualität bei.

Im Jahr 2022 reduzierten 181 von insgesamt 529 kommunalen Kläranlagen sowohl Stickstoff als auch Phosphor im Abwasser. Diese größeren Kläranlagen behandelten etwa 93 Prozent der gesamten Abwassermenge im Land. Seit 1991 konnten die in die Gewässer gelangenden Frachten an anorganischem Stickstoff um circa 81 Prozent und an Phosphor um gut 70 Prozent gesenkt werden.

Der Gewässerschutz in Thüringen hat sich den letzten Jahrzehnten durch den Ausbau der Kanalisation und den Bau zentraler Kläranlagen deutlich verbessert. Besonders der Anschluss ländlicher Gebiete und die Anpassung der Anlagen an neue Umweltanforderungen trugen zur nachhaltigen Wasserreinhaltung bei.

Der Welttoilettentag weist darauf hin, dass weltweit viele Regionen weiterhin auf angemessene sanitäre Einrichtungen und eine umweltgerechte Abwasserentsorgung angewiesen sind. Dies hat gravierende Folgen für Gesundheit und Umwelt. Sanitär- und Toilettenanlagen für alle sind ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsziele (SDG 6) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.11.2024
Veröffentlicht am von , Redakteur

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