Kita-Besuch in Eisenach: Sozialausschuss prüft Zukunft von „Kindertraum“ und „Spatzennest“
Wie geht es weiter mit den städtischen Kindergärten „Kindertraum“ in der Schützenstraße und „Spatzennest“ in der Schlachthofstraße? Vor der geplanten Entscheidung des Stadtrats am 1. Juli hat sich der Ausschuss für Kultur, Soziales und Bildung beide Einrichtungen vor Ort angesehen. Hintergrund ist der Vorschlag der Stadtverwaltung, die beiden Kitas wegen sinkender Geburten- und Anmeldezahlen zusammenzulegen und die Kinder aus dem „Kindertraum“ künftig im „Spatzennest“ zu betreuen.
Im Kindergarten „Kindertraum“ beeindruckten die Ausschussmitglieder vor allem das große Außengelände und die familiäre Atmosphäre. „Das Team engagiert sich sehr“, sagte der Hauptamtliche Beigeordnete Ingo Wachtmeister. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Zahl der angemeldeten Kinder deutlich zurückgeht. Derzeit besuchen 44 Kinder die Einrichtung, möglich wären 56 Plätze. In diesem Jahr wechseln 13 Kinder in die Schule, im kommenden Jahr noch einmal 16. Dem stehen aktuell nur zwei Neuanmeldungen gegenüber.
Hinzu kommen bauliche Herausforderungen am Standort Schützenstraße. Für die Gruppenräume wird Schallschutz benötigt, der Sanitärraum im Obergeschoss muss saniert werden. Eine barrierefreie Gestaltung des Gebäudes ist nach Angaben der Stadt nicht möglich, außerdem fehlt Platz für einen Sozialraum für die Beschäftigten.
Im „Spatzennest“ in der Schlachthofstraße sind derzeit 72 von 158 Plätzen belegt. Würden die Kinder aus dem „Kindertraum“ hinzukommen, läge die Auslastung bei rund 100 Plätzen. Die Einrichtung ist barrierefrei und verfügt unter anderem über einen Fahrstuhl. Durch einen modernen Anbau an den bestehenden, modernisierten Altbau stehen großzügige Räume für verschiedene Altersgruppen zur Verfügung, dazu Sozial- und Beratungsräume für das Personal sowie ein separater Bereich für Elterngespräche.
Eine Besonderheit im „Spatzennest“ ist die Betreuung von fünf Kindern mit Behinderungen. Die räumlichen Bedingungen gelten als sehr gut, größere Investitionen sind nach städtischer Einschätzung auf absehbare Zeit nicht nötig. Das Außengelände ist nach den Arbeiten für den Hochwasserschutz entlang der Hörsel noch nicht vollständig fertiggestellt; neue Spiel- und Sportgeräte sowie Baumpflanzungen stehen noch aus.
Das „Spatzennest“ nimmt zudem am Projekt „Thüringer Qualitätskompass“ teil und setzt dabei einen Schwerpunkt auf die Sprachentwicklung der Kinder. Dafür wurde eine zusätzliche Fachkraft eingestellt.
Im Ausschuss stand die Frage im Mittelpunkt, wie ein möglicher Übergang für Kinder, Eltern und Personal gestaltet werden kann. Ingo Wachtmeister kündigte an, dass eine Projektgruppe mit Elternvertretern und pädagogischen Fachkräften aus beiden Kitas eingerichtet werden soll. Geplant ist, dass die Kinder aus dem „Kindertraum“ gemeinsam mit ihren bisherigen Bezugserzieherinnen und -erziehern in das Gebäude in der Schlachthofstraße wechseln. Die bestehenden Gruppen sollen zusammenbleiben können, wenn Kinder und Eltern dies wünschen.
Aus dem „Spatzennest“ gibt es bereits das Angebot an Eltern, sich die Einrichtung jederzeit anzuschauen und sich über das pädagogische Konzept zu informieren. Für Familien, deren Kinder derzeit den „Kindertraum“ besuchen oder dort angemeldet sind, geht es dabei um die Frage, wie sich Wege, Gruppenzuschnitte und der Alltag im Fall einer Zusammenlegung konkret verändern würden.
Die Debatte um die Zukunft der beiden Kitas ist eingebettet in eine umfassendere Neuausrichtung der Eisenacher Kita-Landschaft. Die Stadt rechnet in den kommenden Jahren mit deutlich weniger Kindern im Kita-Alter und prüft, wie Kapazitäten angepasst werden können, ohne die Betreuungsqualität oder Erreichbarkeit für Familien zu verschlechtern. Parallel formiert sich Widerstand gegen die Aufgabe des Standorts Schützenstraße: Ein Einwohnerantrag zielt darauf, den „Kindertraum“ zu erhalten, zusätzlich läuft eine Online-Petition von Eltern.
Öffentlich weiter beraten wird das Thema am 17. Juni ab 17 Uhr im Ausschuss für Kultur, Soziales und Bildung im Stadtratssaal im Verwaltungsgebäude am Markt 22. Die Sitzung gilt als Vorberatung für die Stadtratssitzung am 1. Juli, in der über die Zusammenlegung entschieden werden soll. Dann steht auch der Einwohnerantrag zum Erhalt des „Kindertraum“ auf der Tagesordnung.
Quelle: Pressemitteilung vom 03.06.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 03.06.2026 14:14 von Christian Wolf, Redakteur

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