Kita-Zusammenlegung und Blue Future: Stadtrat vertagt Debatte auf Juli
Der Eisenacher Stadtrat wird am 20. Mai 2026 doch nicht über die geplante Zusammenlegung zweier Kindertagesstätten und das Technologiegebiet „Blue Future“ mit Rechenzentrum nördlich von Stockhausen entscheiden. Oberbürgermeister Christoph Ihling nimmt beide Punkte von der Tagesordnung. Die Themen sollen stattdessen am 1. Juli 2026 erneut im Stadtrat beraten werden – dann gemeinsam mit vorliegenden Einwohneranträgen.
Nach Angaben der Stadtspitze sollen die Vorlagen bis Juli in den zuständigen Ausschüssen noch einmal ausführlich diskutiert werden. Grundlage dafür sind die Einwohneranträge, die sich sowohl auf die Kita-Planungen als auch auf das Blue-Future-Projekt beziehen. Ziel sei es, im Sommer eine Entscheidung zu treffen, die sowohl eine verlässliche Kinderbetreuung als auch eine tragfähige wirtschaftliche Entwicklung für Eisenach im Blick hat.
Beim Thema Kinderbetreuung geht es um die bereits angekündigte Zusammenlegung der städtischen Kitas „Kindertraum“ in der Schützenstraße und „Spatzennetz“ in der Schlachthofstraße. Hintergrund sind deutlich sinkende Kinderzahlen: Für das Kindergartenjahr 2026/2027 rechnet die Stadt nur noch mit 1815 Kindern im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung, nach 2268 Kindern im Jahr 2019/2020. Die Verwaltung verweist darauf, dass die vorhandenen Platzkapazitäten von derzeit 2067 Plätzen an diese Entwicklung angepasst werden müssen.
Konkrete organisatorische Details der Zusammenlegung – etwa welcher Standort künftig genutzt wird oder wie Übergangsregelungen für Kinder und Personal aussehen könnten – liegen weiterhin nicht öffentlich vor. Klar ist aber, dass die politischen Gremien die Einwohneranträge nun zunächst in den Ausschüssen beraten sollen, bevor der Stadtrat im Juli über das weitere Vorgehen entscheidet.
Das zweite vertagte Thema ist das Technologiegebiet „Blue Future“ mit einem geplanten Rechenzentrum auf einer rund 86 Hektar großen Fläche nördlich von Stockhausen. Die Stadt sieht darin eine Chance, neue Arbeitsplätze zu schaffen und sich wirtschaftlich breiter aufzustellen, nachdem in der Automobilindustrie Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Ein privater Flächenentwickler plant nach bisherigen Angaben, rund eine Milliarde Euro in das Areal zu investieren; im Rechenzentrum selbst könnten bis zu 150 Arbeitsplätze entstehen.
Rund um Blue Future gibt es seit Monaten eine intensive öffentliche Debatte, unter anderem bei Einwohnerversammlungen in Stockhausen, Neukirchen und der Kernstadt. Kritische Nachfragen betreffen vor allem mögliche Belastungen durch Lärm, den Wasserverbrauch für die Kühlung und die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen. Die Stadt verweist darauf, dass hohe Nachhaltigkeitsstandards gelten sollen und nicht die gesamte Fläche bebaut werden soll.
Oberbürgermeister Christoph Ihling kündigt an, beim Thema Blue Future erneut das Gespräch mit den Initiatoren des Einwohnerantrags zu suchen und eine gemeinsame Beratung zu vereinbaren. Die Zeit bis zur Juli-Sitzung soll genutzt werden, um offene Fragen zu klären und die Positionen aus Bürgerschaft, Initiativen und Politik zusammenzuführen.
Für Eltern in den betroffenen Kitas und für Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld des geplanten Technologiegebiets bedeutet die Vertagung, dass zentrale Entscheidungen erst am 1. Juli 2026 fallen sollen. Bis dahin laufen die Beratungen in den Ausschüssen öffentlich weiter – eine Gelegenheit, die Diskussion zu verfolgen und eigene Anliegen einzubringen.
Quelle: Pressemitteilung vom 18.05.2026
Veröffentlicht am 18.05.2026 12:23 von Christian Wolf, Redakteur
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