Klimaschutz und Artenvielfalt im Fokus: NABU Thüringen fordert stärkere politische Unterstützung
Die Landesvertreterversammlung des NABU Thüringen hat am 27. September 2025 in Weimar-Holzdorf die Herausforderungen durch Artensterben und Klimawandel hervorgehoben und auf Maßnahmen zum besseren Schutz der Natur gedrängt. Bei dem jährlichen Treffen zog der Verband eine Bilanz seiner Arbeit für das Jahr 2024 und forderte mehr Engagement von Politik und Gesellschaft zur Wiederherstellung intakter Ökosysteme.
Martin Schmidt, Landesvorsitzender des NABU Thüringen, betonte vor den Delegierten die Bedeutung gesunder Wälder, Flüsse und Moore für den gesellschaftlichen Wohlstand und ein sicheres Leben. Er appellierte insbesondere an Thüringens Umweltminister, die anhaltenden Kürzungen im Naturschutzpolitik zu überdenken und sich gezielter für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen. Zu den wichtigsten Forderungen des NABU zählen die Rücknahme von Einsparungen im Naturschutz, die Förderung von Programmen zur Wiederbelebung von Flussauen sowie Maßnahmen zur Unterstützung der Weidetierhaltung und den Stopp des Abschusses geschützter Arten.
Seit 35 Jahren engagiert sich der NABU Thüringen mit seinen 18 Kreisverbänden und 31 Gruppen ehrenamtlich für den Erhalt der Natur. Im Rahmen der Versammlung wurden verdiente Mitglieder für ihr Engagement ausgezeichnet: Andreas Martius erhielt die goldene Ehrennadel für seinen langjährigen Einsatz, unter anderem bei der Entwicklung von Schutzgebieten und Artenschutzprojekten. Weitere Auszeichnungen gingen an Katrin Lehmann und Fatima Pfau.
Positiv bewertet der Verband die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Thüringer Bauernverband, dem BUND Thüringen und dem Thüringer Ökoherz. Gemeinsam wurden Projekte zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft auf den Weg gebracht. Schmidt sieht darin einen wichtigen Schritt, Konflikte zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu überwinden.
Im Jahr 2024 konnte der NABU Thüringen über 57 Hektar neue Flächen für den Naturschutz sichern. Insgesamt stehen nun 1.365 Hektar Schutzgebiete unter Verwaltung der Stiftung „Nationales Naturerbe“. Freiräume für die ungestörte Entwicklung der Natur werden nach Ansicht des Verbands weiterhin als zentrales Ziel verfolgt.
Quelle: Pressemitteilung vom 30.09.2025
Foto: NABU
Veröffentlicht am 30.09.2025 14:42 von Christian Wolf, Redakteur
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