Kommunale Verschuldung in Thüringen stieg 2023 mit 1,5% nur halb so stark wie im Bundesdurchschnitt
Die integrierte Verschuldung der Kommunen in Thüringen belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 7,5 Milliarden Euro, was einem Pro-Kopf-Wert von 3 509 Euro entspricht. Dies teilte das Thüringer Landesamt für Statistik in einer Pressemitteilung vom 13. März 2025 mit. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Pro-Kopf-Schulden um 1,5 Prozent – deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt von 3,0 Prozent.
Die Analyse zeigt, dass die Kernhaushaltsschulden weiter sanken (-5,4 Prozent absolut, -5,5 Prozent pro Kopf), während sich die Schulden über Extrahaushalte erheblich erhöhten (+15,5 Prozent absolut, +15,4 Prozent pro Kopf). Der größte Anteil der Schulden entfiel mit 5,6 Milliarden Euro (74,6 Prozent) auf sonstige öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen.
Drei Gemeinden – Jonaswalde, Heuckewalde und Vollmershain (Landkreis Altenburger Land) – waren vollständig schuldenfrei. Die geringste absolute und relative Verschuldung verzeichnete Löbichau mit 500 Euro Gesamtverschuldung bzw. 0,52 Euro pro Kopf. Die höchsten absoluten Schulden hatte Erfurt mit 426,7 Millionen Euro, während die Gemeinde Gerstengrund mit 24 477 Euro pro Kopf die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aufwies.
Jena war die einzige kreisfreie Stadt mit einem schuldenfreien Kernhaushalt. Die Gemeinde Westhausen (Landkreis Hildburghausen) hatte mit 13 Euro bzw. 0,02 Euro pro Kopf die geringste Kernhaushaltsschuld. In den Extrahaushalten waren 124 Kommunen schuldenfrei, während Jena mit 85,2 Millionen Euro die höchsten Extrahaushaltsschulden aufwies.
Die Daten basieren auf der Veröffentlichung „Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände – Anteilige Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Stand 13. Dezember 2023.
Pressemitteilung vom 13. März 2025
Veröffentlicht am 13.03.2025 11:16 von Marcus Schütz, Fachredakteur
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