01.09.2026

Landfrauen-Treffen in Borsch: Wie Ehrenamt den Wartburgkreis zusammenhält

Rund um ein üppiges Kuchenbuffet und viele Gespräche über die Zukunft des ländlichen Raums haben sich am Donnerstag, 27. August 2026, Landfrauen aus dem gesamten Wartburgkreis im Borscher Hof getroffen. Beim traditionellen Kreistreffen im Dorfgemeinschaftshaus des Geisaer Ortsteils Borsch standen Dank für jahrzehntelanges Ehrenamt, der demografische Wandel und neue Projekte wie „Neues Leben für alte Häuser“ und das Beratungsprogramm AGATHE im Mittelpunkt.

Landrat Dr. Michael Brodführer eröffnete die Veranstaltung und hob den Beitrag der Landfrauen für das gesellschaftliche Leben in den Städten und Dörfern hervor. Die jährlichen Treffen nutze er, um aktuelle Themen direkt mit den Frauen zu besprechen und ihnen persönlich für ihren Einsatz zu danken. Der Zusammenhalt im Wartburgkreis sei auch ihrer Arbeit zu verdanken, betonte er.

Gleichzeitig machte Brodführer deutlich, dass der Wartburgkreis vor tiefgreifenden Veränderungen steht. Eine älter werdende Bevölkerung und leerstehende Häuser in vielen Ortskernen stellten Gemeinden und Vereine vor neue Aufgaben. Als Beispiel nannte er das Projekt „Neues Leben für alte Häuser“, bei dem leerstehende Gebäude mit Unterstützung der LeerGut-Agenten neue Nutzungen erhalten sollen – von Treffpunkten für Vereine bis zu Räumen für gemeinschaftliche Angebote.

Der Borscher Hof selbst gilt als Beispiel dafür, wie solche Ideen aussehen können: Aus einem historischen Fachwerkgebäude und einem modernen Anbau ist ein Dorfgemeinschaftshaus entstanden, das heute Vereinen, Kindern, Jugendlichen und Senioren Räume für Begegnung bietet. Das Vereinshaus wurde im Dezember 2025 eingeweiht und diente nun als Rahmen für das Kreistreffen der Landfrauen.

Ein weiteres Thema war das Programm „AGATHE – Älter werden in der Gemeinschaft“. Das kostenfreie Beratungsangebot des Wartburgkreises richtet sich an alleinlebende ältere Menschen und soll soziale Teilhabe stärken, Kontakte vermitteln und Einsamkeit vorbeugen. Brodführer sieht hier viele Berührungspunkte zur Arbeit der Landfrauen, die mit Veranstaltungen und persönlichen Netzwerken bereits an vielen Orten Begegnungsmöglichkeiten schaffen.

In ihrem Grußwort betonte Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel die Bedeutung von Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt im ländlichen Raum. Der Thüringer LandFrauenverband war mit seiner Landesvorsitzenden Susann Goldhammer vertreten, die den Frauen für ihren Einsatz „für den ländlichen Raum, für unsere Heimat, unsere Kinder und uns selbst“ dankte.

Für den Wartburgkreis kündigte Regina Tittmar eine personelle Veränderung an: Nach 15 Jahren Vorstandstätigkeit und zehn Jahren als Kreisbeauftragte der Landfrauen wird sie ihr Amt abgeben. Sie rief die Anwesenden dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und sich für den Vorstand des Thüringer LandFrauenverbandes zur Wahl zu stellen, damit die Interessen der Region weiterhin auf Landesebene vertreten bleiben.

Besonderer Dank galt dem Landfrauenverein e. V. Ortsverein Borsch. Vorsitzende Margarete Nennstiel und ihr Team hatten das Treffen vorbereitet, für eine herzliche Atmosphäre gesorgt und das inzwischen bekannte Kuchenbuffet organisiert. Bei Kaffee, Kuchen und vielen Gesprächen nutzten die Frauen die Gelegenheit, sich über Projekte, Erfahrungen und neue Ideen auszutauschen.

Der Thüringer LandFrauenverband besteht seit 1991 und zählt nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Mitglieder. Im Wartburgkreis sind Landfrauen seit Mitte der 1990er-Jahre aktiv. Sie organisieren Veranstaltungen wie den Erntekronenwettbewerb, engagieren sich in der Bildungsarbeit, vermitteln Alltagskompetenzen und setzen sich für Frauen und Familien im ländlichen Raum ein. Ihre Aktivitäten reichen von Ernährungs- und Verbraucherbildung bis zu generationenübergreifenden Projekten in den Dörfern und Städten des Kreises.

Damit tragen die Landfrauen dazu bei, regionale Identität zu bewahren und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Gleichzeitig nehmen sie neue Herausforderungen wie den demografischen Wandel, die Gewinnung neuer Mitglieder, Digitalisierung und veränderte Lebensbedingungen auf. Das Kreistreffen in Borsch machte deutlich, dass Tradition und neue Aufgaben dabei eng zusammengehören – und wie wichtig verlässliche Netzwerke für das Leben im Wartburgkreis sind.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.09.2026
Fotos: Landratsamt
Veröffentlicht am von , Redakteur

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