11.06.2026

Löbersbach-Sanierung: Dritter Bauabschnitt am Karlsplatz gestartet

Am unterirdischen Verlauf des Löbersbachs in der Eisenacher Innenstadt hat im Mai 2026 der dritte Bauabschnitt begonnen. Zwischen Johannisstraße/Löberstraße und Karlsplatz werden rund 140 Meter des gemauerten Gewölbes saniert. Die Arbeiten sollen etwa zweieinhalb Jahre dauern und sind Voraussetzung dafür, den Karlsplatz später neu zu gestalten und den Hochwasserschutz in diesem Bereich zu verbessern.

Oberbürgermeister Christoph Ihling betonte bei einem Vor-Ort-Termin am Donnerstag, 11. Juni 2026, die Bedeutung des Projekts. Die Sanierung sei Grundlage für einen neu geplanten Karlsplatz, zugleich aber auch ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit bei Starkregen. Er dankte Anwohnenden und Gewerbetreibenden rund um Johannisstraße, Löberstraße und Karlsplatz für ihre Geduld und warb um weiteres Verständnis für die Einschränkungen.

Gearbeitet wird im sogenannten Pilgerschrittverfahren. Dabei bewegen sich die Bergleute nur in kleinen Abschnitten vorwärts, um die Stabilität des Gewölbes zu sichern und Einstürze zu vermeiden. Die schadhafte Sohle des Bachlaufs wird von Hand ausgebaut, das Gewölbe unterfangen und neu gegründet. Gleichzeitig wird die Sohle tiefer gelegt, damit der Löbersbach mehr Wasser aufnehmen kann.

Hintergrund ist, dass der Bach im Bereich des Karlsplatzes bislang kein HQ 100-Ereignis bewältigen kann – also keinen statistischen Hochwasserabfluss, der im Mittel nur einmal in 100 Jahren überschritten wird. Nach Abschluss der Arbeiten soll der unterirdische Bachlauf in diesem Abschnitt auch bei Starkregenereignissen dieses Ausmaßes das Wasser fassen können.

Der Zugang zum Gewölbe erfolgt weiterhin über die sogenannte Teufe im Bereich Löberstraße/Johannisstraße am Hintereingang des Kaufhauses Schwager. Zusätzlich wird ein vorhandener Schacht auf dem Karlsplatz genutzt, über den Beton und weiteres Material in den Untergrund transportiert werden. Je nach Baufortschritt wird dieser Versorgungszugang später in Richtung Nicolaistraße verlegt.

Mit wetterbedingten Unterbrechungen ist auch im dritten Bauabschnitt zu rechnen. Trotz mehrerer Leitungen, die das Wasser an der Baustelle vorbeiführen, kann das Gewölbe bei länger anhaltendem Regen immer wieder volllaufen. Der Löbersbach fließt seit 1880 vollständig unterirdisch: Er beginnt nahe dem Prinzenteich, verläuft unter Wartburgallee und Löberstraße, quert den Karlsplatz und die Nikolaistraße und mündet nach rund 1,6 Kilometern an der Uferstraße in den Mühlgraben. Ein Großteil des Ziegelgewölbes stammt noch aus dieser Zeit.

Die bisherigen Bauabschnitte zeigen, wie aufwendig die Sanierung ist. Im ersten Abschnitt wurden etwa 20 Meter im Bereich Löberstraße/Johannisstraße erneuert, der zweite Abschnitt umfasste rund 45 Meter unter der Johannisstraße. Zusammen schlugen diese Arbeiten inklusive Planung mit rund 812.000 Euro zu Buche. Für den nun gestarteten dritten Abschnitt mit etwa 140 Metern Länge werden die Baukosten auf 1,8 Millionen Euro kalkuliert.

Ausgeführt werden die Arbeiten vom Bergbaubereich der Firma TS Bau Jena gemeinsam mit dem Geologischen Ingenieurbüro Andreas Benthin. Bereits in den vergangenen Bauphasen hatten die Fachleute unter engen Platzverhältnissen große Mengen Aushub und Baumaterial bewegt und den Bachquerschnitt schrittweise vergrößert, um künftige Hochwasserereignisse besser abfangen zu können.

Wer regelmäßig mit dem Auto über Johannisstraße, Löberstraße oder den Karlsplatz unterwegs ist oder dort einkauft, muss in den kommenden Jahren weiterhin mit Baustelleneinrichtungen, gesperrten Flächen und zeitweisen Verkehrseinschränkungen rechnen. Die Stadt kündigt an, den dritten Bauabschnitt bis voraussichtlich Ende 2028 abzuschließen und damit einen weiteren wichtigen Schritt für den Hochwasserschutz und die spätere Neugestaltung des Karlsplatzes zu gehen.

Quelle: Pressemitteilung vom 11.06.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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