Löbersbach-Sanierung in Eisenach: Arbeiten pausieren über Winter – Johannisstraße wieder offen
Die Sanierung des unterirdischen Löbersbachs in Eisenach macht eine Winterpause. Seit April 2025 haben Fachkräfte unter anderem in der Johannisstraße gearbeitet, um das mehr als 65 Meter lange Gewölbe zu stabilisieren und das Durchflussvermögen zu erhöhen. Mit dem Wintereinbruch werden die Arbeiten vorübergehend unterbrochen, die gesperrten Abschnitte in der Johannisstraße sind jedoch wieder für den Verkehr freigegeben. Lediglich die Kreuzung Johannisstraße/Löberstraße bleibt vorerst dicht.
Insgesamt wurden mehr als 256 Tonnen Aushub per Hand und mit kleineren Maschinen aus dem Untergrund geholt. Die Arbeiten erfolgen im sogenannten Pilgerschrittverfahren, bei dem Handarbeit und bergmännisches Vorgehen nötig sind, um das Risiko eines Einsturzes zu minimieren. Regen und Oberflächenwasser, das insbesondere aus Drachenschlucht, Mariental und Johannistal zufließt, haben die Baustelle immer wieder zum Stillstand gezwungen und einen Ausfall von rund 16 Wochen verursacht – vor allem in den Wintermonaten.
Das Ziel der Maßnahme ist, den Abschnitt des Löbersbachs so zu vergrößern, dass er auch bei extremem Hochwasser – dem sogenannten HQ100 – standhält. Das aktuell zu geringe Durchflussvermögen hatte an mehreren Stellen für Unterspülungen bis zu 80 Zentimeter Tiefe gesorgt, außerdem wurden Schäden mit Seitenhohlräumen von bis zu 1,5 Metern Breite gefunden. Nach einem Straßeneinbruch Ende Juni 2024 vor dem Kaufhaus Schwager musste die Sanierung beschleunigt werden, um akute Gefahren zu beseitigen.
Die aufwändigen Arbeiten werden vom Bergbaubereich der TS Bau Jena durchgeführt und umfassen neben der Sanierung des Bachlaufs auch den Ausbau von Sicherheits- und Zugangseinrichtungen. Insgesamt kamen bislang 67 Meter Profilstahl, acht Tonnen Bewehrungsstahl, 40 Tonnen Beton sowie über 100 Quadratmeter Spritzbeton zum Einsatz. Die Maßnahmen stehen konstant vor der Herausforderung, mit dem erheblichen Wasserdruck und den engen baulichen Gegebenheiten unterhalb der Eisenacher Innenstadt umzugehen – eine Herausforderung, die bereits im Sommer deutlich wurde, als Experten auf die besonderen Bedingungen vor Ort hinwiesen.
Mit Beginn der Winterpause wird die Baustelle ab sofort auf ein Minimum reduziert. Die statisch wichtigsten Sicherungen sind vorerst abgeschlossen – ab März 2026 wird die Sanierung dann weitergeführt. Erst nach Abschluss aller Arbeiten darf sich die Innenstadt auf langfristige Verbesserungen beim Hochwasserschutz einstellen. Gespräche über die Finanzierung weiterer Bauabschnitte und um zusätzliche Fördermittel laufen derzeit.
Öffentlichkeitswirksam hatten Bauunternehmen und Stadt Info-Tage für Anliegende veranstaltet, auch die Feuerwehr nutzte das Gewölbe als Übungsszenario. Anwohner und betroffene Geschäftsleute finden das Baustellenbüro direkt vor Ort. Die Wiederöffnung der Johannisstraße verbessert nun die Erreichbarkeit der Geschäfte und die Verkehrssituation in der Innenstadt spürbar.
Quelle: Pressemitteilung vom 19.12.2025
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 19.12.2025 13:28 von Christian Wolf, Redakteur




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