Luchse in Thüringen erholen sich, Wolfspopulation bleibt gefährdet
Die aktuellen Bestandszahlen für Luchse und Wölfe in Thüringen zeigen ein gemischtes Bild: Während sich der Luchsbestand leicht erholt, bleibt die Situation der Wölfe weiterhin kritisch. Laut Angaben des NABU Thüringen leben derzeit etwa 25 Luchse im Freistaat, darunter drei Weibchen mit Nachwuchs. Die Zahl der Wölfe wird auf maximal 30 Tiere geschätzt, verteilt auf sechs bestätigte Wolfsterritorien, unter anderem im Hainich, bei Ohrdruf und im Altenburger Land.
Beide Arten sind weiterhin erheblichen Gefahren ausgesetzt. Neben dem Straßenverkehr, dem seit 2014 insgesamt zwölf Wölfe und mehrere Luchse zum Opfer gefallen sind, stellt auch die illegale Verfolgung ein Problem dar. Zwei Luchse und zwei Wölfe wurden nachweislich illegal getötet. Besonders betroffen sind die Tiere an stark befahrenen Verkehrswegen, wie ein im September 2025 bei Meiningen überfahrener Luchs zeigt.
Die positive Entwicklung bei den Luchsen wird auf die Zusammenarbeit verschiedener Akteure, gezielte Schutzmaßnahmen und Auswilderungsprojekte zurückgeführt. In den vergangenen Jahren haben sich die Luchssichtungen in Thüringen deutlich erhöht, insbesondere im Thüringer Wald und den angrenzenden Mittelgebirgen. Der NABU hebt die Bedeutung naturnaher Wälder und spezieller Schutzinitiativen wie die Auszeichnung von sogenannten „LuchsWäldern“ hervor, die als Rückzugsräume und Wanderkorridore dienen. Waldbesitzer können sich an diesen Projekten beteiligen, um den Artenschutz zu unterstützen.
Die Situation der Wölfe bleibt dagegen angespannt. Im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Brandenburg, das über 70 Wolfsterritorien zählt, ist die Population in Thüringen weiterhin klein und verletzlich. Der NABU kritisiert Forderungen nach einer flächendeckenden Bejagung von Wölfen und warnt, dass der Abschuss einzelner Tiere die Rudelstrukturen stören und zu Problemen im Herdenschutz führen kann. Die Organisation fordert stattdessen mehr Schutzmaßnahmen und eine bessere Aufklärung von Umweltstraftaten.
Ein Ansatz zur Verbesserung der Situation ist der Einsatz von Wildwechselwarnanlagen, wie sie kürzlich an der B 247 bei Kallmerode installiert wurde. Solche technischen Maßnahmen sollen helfen, Unfälle mit Wildtieren zu reduzieren und so sowohl Tiere als auch Verkehrsteilnehmende besser zu schützen.
Quelle: Pressemitteilung vom 09.01.2026
Foto: NABU
Veröffentlicht am 12.01.2026 19:52 von Christian Wolf, Redakteur
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