21.07.2025

Luchssichtungen nehmen zu: Thüringen wird zum Paradies für Wildkatzen

In Thüringen häufen sich die Begegnungen zwischen Menschen und Luchsen. Naturschutzverbände sehen darin eine positive Entwicklung und geben Hinweise für das richtige Verhalten bei solchen Zusammentreffen. Der Naturschutzbund (NABU) betont die Bedeutung von Rücksichtnahme, insbesondere während der sensiblen Zeit der Jungenaufzucht.

In den vergangenen Monaten sei es laut Angaben des NABU vermehrt zu Sichtungen von Luchsen im Freistaat gekommen. Silvester Tamás, Koordinator des NABU-Luchsprojektes, bewertete dies als erfreuliches Zeichen. Er führte aus, dass Thüringen durch die gemeinsamen Anstrengungen verschiedener Akteure inzwischen zu einem „Luchsparadies“ geworden sei. Insbesondere seit dem Jahr 2024 habe die Zahl der dokumentierten Sichtungen deutlich zugenommen.

So habe es am 11. Juli 2025 eine weitere bemerkenswerte Begegnung am Rennsteig im Thüringer Wald gegeben. Der Naturfreund Martin Lotz berichtete, ein Luchs habe seinen Weg beim Spaziergang mit Hund gekreuzt. Das Tier habe sich zunächst nicht vom Weg entfernt. Erst nach kurzem Verweilen und nachdem Fotomaterial angefertigt werden konnte, sei der Luchs auf einen Felsen gesprungen, habe kurz gefaucht und sei anschließend im Gebüsch verschwunden. Der Hund, der angeleint gewesen sei, habe sich während der Begegnung ruhig verhalten.

Nach Angaben des NABU meiden Luchse in der Regel den Kontakt zu Menschen und verhalten sich scheu. Hunde könnten jedoch bei Waldbesuchen das Interesse der Wildkatzen auf sich ziehen, wie auch das geschilderte Beispiel zeige. Insbesondere während der Zeit der Jungenaufzucht zwischen Mai und September riet Silvester Tamás zur erhöhten Vorsicht. Es sei ratsam, Hunde im Wald stets angeleint zu führen, um Konflikte mit den Tieren zu vermeiden, da Luchse in Ausnahmefällen auch gegenüber Hunden verteidigendes Verhalten zeigen könnten.

Sollte es zu einer Begegnung mit einem Luchs kommen, empfiehlt der NABU besonnenes Verhalten: Die Ruhe bewahren, Abstand wahren und sich gegebenenfalls langsam zurückziehen gelte als grundsätzliche Verhaltensregel im Umgang mit Wildtieren. Auch solle der Versuch unterlassen werden, junge Luchse anzufassen oder ihnen zu folgen. Zumeist befinde sich die Luchsmutter in der Nähe, warnt der Verband.

Hinweise und Sichtungen von Luchsen können dem NABU Thüringen gemeldet werden. Ziel der Organisation ist es, den Schutz und die Ausbreitung der größten europäischen Wildkatze weiter zu fördern, einschließlich einer sicheren und naturnahen Lebensraumgestaltung im Freistaat.

Hintergrund: Der Luchs kehrt nach rund 200 Jahren Abwesenheit nach Thüringen zurück und etabliert sich laut NABU insbesondere im Thüringer Wald sowie den angrenzenden Mittelgebirgen. Verschiedene Projekte, darunter das Luchsprojekt des NABU, setzen sich für die Sicherung dieser Entwicklung und die Auszeichnung besonders naturnaher Wälder („LuchsWald“) ein.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.7.2025
Foto: NABU
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