NABU Thüringen kritisiert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht
Der Naturschutzbund (NABU) Thüringen äußert deutliche Kritik an der Entscheidung der Landesregierung, den Wolf in das Jagdgesetz aufzunehmen. Hintergrund ist ein bundesweiter Beschluss, der es künftig ermöglichen soll, Wölfe unter bestimmten Voraussetzungen zu bejagen. Der NABU sieht darin eine Gefahr für den ohnehin kleinen Wolfsbestand in Thüringen, der aktuell auf etwa 30 Tiere geschätzt wird.
Nach Ansicht des NABU wird mit der Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ein falsches Signal gesetzt. Die Organisation befürchtet, dass geschützte Arten wie der Wolf als Sündenböcke für Konflikte mit Weidetierhaltenden herhalten müssen. Silvester Tamás vom NABU Thüringen betont, dass Thüringen keinen günstigen Erhaltungszustand beim Wolf aufweist und daher eigentlich mehr Schutzmaßnahmen notwendig wären. Ein flächendeckender Abschuss könne laut NABU zu einer erneuten Ausrottung der Art im Freistaat führen.
Die Landesregierung und der Thüringer Umweltminister Tilo Kummer hatten sich auf Bundesebene für die Gesetzesänderung eingesetzt. Während der Landesjagdverband Thüringen keine häufigen Abschüsse erwartet, sieht der NABU die Gefahr, dass mit der Änderung das Tor für eine breitere Bejagung geöffnet wird. Die Organisation fordert stattdessen den Ausbau von Herdenschutzmaßnahmen und die Einrichtung eines Herdenschutzzentrums, um Weidetierhaltende gezielt zu unterstützen.
Ein Blick auf die Rissstatistik des Thüringer Umweltministeriums zeigt, dass im Jahr 2025 bei den meisten Übergriffen auf Nutztiere kein optimaler Herdenschutz vorhanden war. Angaben zum Herdenschutz für das Jahr 2026 fehlen bislang. Der NABU fordert mehr Transparenz und eine konsequente Erfassung der Ursachen für Risse, um gezielt gegen Probleme vorgehen zu können. Auch im regionalen Kontext bleibt der Schutz von Nutztieren ein zentrales Thema für Landwirte und Familienbetriebe in Eisenach und dem Wartburgkreis.
Abschließend mahnt der NABU, dass die Verantwortung für den Schutz der Wölfe nicht allein bei den Jägern liegen dürfe. Sollte es zu Abschüssen kommen, müsse sichergestellt werden, dass der günstige Erhaltungszustand der Population nicht gefährdet wird. Die Organisation spricht sich klar gegen eine flächendeckende Jagd auf den Wolf aus und fordert stattdessen gezielte Unterstützung für Tierhaltende und mehr Aufklärung über wirksamen Herdenschutz.
Quelle: Pressemitteilung vom 23.03.2026
Foto: NABU
Veröffentlicht am 25.03.2026 16:17 von Christian Wolf, Redakteur
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